[Video] Polizisten demonstrieren in Brüssel gegen Pensionsreform

<p>Mit Rauchfackeln und Bannern zogen Polizisten durch Brüssel: Zahlreiche Beamte demonstrierten in der Hauptstadt gegen geplante Reformen und verschlechterte Arbeitsbedingungen.</p>
Mit Rauchfackeln und Bannern zogen Polizisten durch Brüssel: Zahlreiche Beamte demonstrierten in der Hauptstadt gegen geplante Reformen und verschlechterte Arbeitsbedingungen. | Foto: belga

Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein gemeinsames Bündnis der Polizeigewerkschaften. Die Teilnehmer versammelten sich bereits in den frühen Morgenstunden am Brüsseler Zentralbahnhof und zogen anschließend über den kleinen Ring zum Sitz der MR. Dort wurden Vertreter der Gewerkschaften auch von Parteichef Georges-Louis Bouchez empfangen. Nach Angaben der Gewerkschaft SLFP wurde das Gespräch von Bouchez selbst angeboten und von den Gewerkschaften positiv aufgenommen.

Ein zentraler Streitpunkt ist die geplante Reform des Pensionssystems. Künftig sollen die Renten der Polizisten nicht mehr auf Basis der letzten zehn Berufsjahre berechnet werden, sondern über die gesamte Laufbahn hinweg. Nach Einschätzung der Gewerkschaften könnte dies zu Einbußen von durchschnittlich rund 400 Euro netto im Monat führen.

Zusätzlich kritisieren die Arbeitnehmervertreter, dass eine bereits zugesagte Gehaltserhöhung bislang nicht umgesetzt wurde. Auch die Regelungen für das Karriereende stehen im Fokus: Insbesondere das System der vorgezogenen Nichtaktivität vor dem Ruhestand (NAPAP), das bislang ein vorzeitiges Ausscheiden bis zu vier Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter ermöglichte, soll eingeschränkt oder ganz abgeschafft werden.

Die Gewerkschaften sehen darin eine weitere Verschlechterung der ohnehin schwierigen Arbeitsbedingungen. Die sozialistische Gewerkschaft CGSP spricht von einer wachsenden Krise bei der Personalgewinnung und -bindung. Es fehle an konkreten Maßnahmen, um den Beruf attraktiver zu machen. Stattdessen nehme die Arbeitsbelastung stetig zu, während eine angemessene finanzielle Aufwertung ausbleibe.

„Die körperlichen und psychischen Belastungen des Berufs werden nicht ausreichend berücksichtigt“, kritisiert die CGSP und wirft der Föderalregierung vor, eher kosmetische als strukturelle Lösungen anzustreben.

Die Gewerkschaften fordern unter anderem höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen sowie eine Stärkung der Regelungen für das Karriereende. Zudem verlangen sie die Abschaffung von Pensionsabschlägen und eine Anpassung der Lohnindexierung. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment