Verknappung und Verteuerung werden zur täglichen „Baustelle“

<p>Die Baubranche leidet in der Zwischenzeit wieder verstärkt unter Materialverknappung und -verteuerung, bedingt durch die weiterhin starke Produktionsabhängigkeit von fossilen Energien.</p>
Die Baubranche leidet in der Zwischenzeit wieder verstärkt unter Materialverknappung und -verteuerung, bedingt durch die weiterhin starke Produktionsabhängigkeit von fossilen Energien.

Es ist ein Teufelskreis! Die Verknappung am Öl- und Gasmarkt infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen am Persischen Golf ist innerhalb kurzer Zeit zu einem massiven (und womöglich längerfristigen) Preistreiber am eh schon sensiblen Baumaterialienmarkt ausgeufert. Ein „böses“ Szenario, das die Branche noch aus dem Jahr 2022 in schlechter Erinnerung hat, als Russland den Markt über Nacht „an die Kette gelegt“ hatte.

 Nicht allein der Preisauftrieb in ungeahnte Höhen am Energiemarkt bereitet Sorgen, vor allem auch die nur schwer vorhersehbaren Schwankungen beim Öl- und Gaspreis treffen die Baubranche hart. Wie lange hat ein gerade kalkuliertes Angebot überhaupt Gültigkeit? Wie viel mehr muss ich für weite Anfahrten zur Baustelle an Treibstoffkosten veranschlagen? Wie viel Zuschlag kann ich meinen Kunden überhaupt zumuten?

 Der Krieg und besonders die (unwägbare) Sperrung der für den Welthandel so wichtigen Meerenge vor der Küste des Iran, der Straße von Hormus, hat die Energiepreise rasant ansteigen lassen - was als unmittelbare Folge auch erneut den Materialmangel verschärft.

 Ein Beispiel… Baustoffe aus Erdöl wie Dämmungen, Bitumen oder Beschichtungen werden teils erst gar nicht geliefert. Die Hersteller halten die Hand drauf und warten, bis sich die Ölpreise möglichst beruhigen. Die Folge: Neben quasi unvermeidbaren Preissteigerungen ist die Verunsicherung in der Branche groß.

 Letztlich bleibt der Markt überaus krisenanfällig. Belegt namentlich durch Preissteigerungen von rund einem Drittel im Schnitt beim Baumaterial in den fünf Jahren zwischen 2020 und 2024 (zunächst Pandemie und Lock-

down, dann russischer Überfall auf die Ukraine). Vor einer leichten Stabilisierung im Vorjahr - mit der es nun aber wieder vorbei sein dürfte. Auch mit bangem Blick auf die Inflationserwartungen, die in diesen Wochen ungewohnt heftig angeheizt werden.

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