Alles wie gehabt… Wie vor vier Jahren! Auch damals, im Frühjahr 2022, reagierten die Bauzinsen ähnlich schnell - wenngleich damals in einem deutlich drastischeren Ausmaß. Die Energiepreise schossen massiv in die Höhe, weil Russland von einem Tag auf den andern den Erdgashahn zudrehte. Ein politischer Knebel, der zu einem massiven Preisauftrieb führte.
Mit Inflationsraten, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr registriert worden waren. Binnen weniger Monate, von März bis Juli, stiegen die Bauzinsen von einem Prozent auf circa vier Prozent an. Der Zinsschock würgte in kurzer Zeit den gesamten Markt ab, Kaufinteressenten konnten sich plötzlich ihre geplanten Immobilienkäufe nicht mehr leisten. Häuser und Wohnungen verloren krass an Wert, weil die Nachfrage einbrach. Kurzum: Das vormals hoch gehandelte „Betongold“ schmolz wie der letzte Schnee in der Sonne.
Ein Schock, der lange nachwirkte - zuletzt aber einer Konsolidierung des Marktes nicht mehr entscheidend im Wege stand. Weshalb sich eingangs dieses Jahres zahlreiche Akteure auf ein Zinsniveau von rund drei Prozent eingestellt hatten. Nun aber droht der wohl länger dauernde Konflikt in Nahost den zarten Aufschwung abzuwürgen - wie unerwarteter Frost die ersten Frühlingsblüten.
Auf jeden Fall kann angesichts der geopolitischen Spannungen und der hieraus resultierenden Unsicherheit jeder Tag bares Geld kosten. Zugegeben… Es liegt in der Natur der Sache, dass die Finanzierungsbranche stets für eine zügige Kauf- und Kreditabwicklung wirbt. Und sie hat zumindest in einer Sache strategisch Recht: Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Zinsen zeitnah (wieder) sinken werden. Interessenten, die gerade intensiv auf Suche sind, sollten deshalb so bald wie möglich ihre Finanzierungsmöglichkeiten prüfen respektive anschieben.
Zumal die Preise im ersten Trimester landesweit spürbar angezogen haben - mit einem Plus von eineinhalb Prozent bei den Appartements und sogar zweieinhalb Prozent bei den Häusern. Wohlgemerkt, vorrangig in Flandern, wogegen der Markt in der Wallonie vorerst eher stagniert(e).

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