Aachen mit deutlichem „Ja“: Wie geht es nach dem Olympia-Referendum weiter?

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Wer hat wie abgestimmt?

Prozentual die meisten Olympia-Befürworter sammelten sich in Aachen (76,3), die wenigsten in der „Leading City“ Köln, dafür war hier die Wahlbeteiligung mit knapp 40 Prozent am höchsten. In der einzigen Millionenstadt in NRW, wo laut Konzept das Olympische Dorf und ein temporäres Leichtathletik-Stadion entstehen soll, stimmten 57,4 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für die Olympia-Bewerbung. Ergebnisse jenseits der 70 Prozent erzielten Gelsenkirchen, Duisburg, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Pulheim, Recklinghausen, Wuppertal und Herten.

Wie geht es weiter?

Am 31. Mai findet in Hamburg der nächste Stimmungstest für Deutschlands Olympia-Kampagne statt. In der Hansestadt ist die Nolympia-Bewegung deutlich stärker als in München oder NRW. Die Ablehnung der Bewerbung - wie schon 2015 - wäre ein Dämpfer, Auswirkungen auf die DOSB-Initiative beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hätte sie nicht. Einer Bewerbung steht nichts mehr im Weg, die Frage lautet nur noch: Mit wem?

Wann entscheidet der DOSB?

Am 26. September treffen sich die Delegierten zur Mitgliederversammlung des Dachverbandes in Baden-Baden. Dann wird der Ausrichter gekürt. Derzeit ist neben München, Köln/Rhein-Ruhr und Hamburg auch Berlin noch im Rennen, ein Referendum in der Hauptstadt ist allerdings nicht vorgesehen, was zum Nachteil werden könnte. Eine Kommission unter der Leitung des DOSB bewertet die Konzepte und gibt gegebenenfalls eine Empfehlung ab. Ein wichtiges Kriterium ist dabei auch die Unterstützung der Bevölkerung.

Wie fällt die Entscheidung?

Die Mitgliederversammlung des DOSB entscheidet: Die meisten Stimmen besitzen dabei die Delegierten der 42 olympischen Fachverbände (jeweils drei). Dazu kommen die Mitglieder des DOSB-Präsidiums und zehn persönliche DOSB-Mitglieder (je eine Stimme). Sie sind nicht an die Empfehlung der Kommission, falls es eine gibt, gebunden.

Kommen Olympische Spiele nach Deutschland?

Das bleibt höchst unsicher. Die internationale Konkurrenz ist groß, in Europa gelten Budapest, Madrid und Istanbul als Mitbewerber. Weltweit werden Katar, Saudi-Arabien, Südafrika und Indien immer wieder als Kandidaten genannt. Für welche Ausgabe? Ungewiss! Wie vieles im Vergabeprozess. Über den soll eine IOC-Kommission demnächst entscheiden. Der DOSB ist dennoch sicher: Vor 2027 fällt keine Entscheidung über die Sommerspiele 2036. (mn/sid)

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