Das Glockenspiel, das 1723 vom Antwerpener Glockengießer Willem Witlockx gegossen wurde, ist eine Seltenheit: Weltweit existieren nur noch zwei Exemplare – eines in Mafra (Portugal) und eines in Tienen. Mit 54 Glocken und einem Gesamtgewicht von rund sieben Tonnen gehört das Instrument zu den größten in Belgien.
Durch Verschleiß und frühere Eingriffe ging ein Teil des ursprünglichen Klangs verloren. Die geplante Restaurierung soll diesen wiederherstellen. Neben der Instandsetzung der Glocken wird auch die Mechanik erneuert und das automatische Spielwerk für die Viertelstundenmelodien überarbeitet.
Gleichzeitig wird der Turm neu gestaltet, um Besuchern das Glockenspiel besser erlebbar zu machen. Unter anderem werden die Glockenkammer, der Spielraum sowie mehrere Turmetagen leichter zugänglich gemacht. Die Arbeiten sollen so bald wie möglich beginnen und bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten werden auf rund 1,17 Millionen Euro geschätzt.
Am Samstagabend findet auf dem Tiener Veemarkt die vierte Ausgabe der Beiaard-Cantus statt. Minister Weyts wird dort gemeinsam mit Bürgermeister Jonathan Holslag und Kulturschöffe Gijsbrecht Huts symbolisch Abschied von den Glocken nehmen. Diese bleiben noch bis zum Herbst in Betrieb und werden anschließend vorübergehend in eine Glockengießerei gebracht, um restauriert zu werden.
Laut Weyts ist die Restaurierung von großer Bedeutung für den Erhalt des flämischen Kulturerbes: „Diese Art von Erbe hält unsere Geschichte lebendig und hat einen besonderen Platz im Herzen vieler Menschen“, so der Minister.
Mit der Investition will Flandern eines der letzten noch nicht restaurierten historischen Glockenspiele der Region sichern. Die Stadt Tienen verfolgt das Ziel, den historischen Klang und die Ausstrahlung des Instruments wiederherzustellen und die Glockenspielkultur langfristig weiterzuentwickeln. (belga/ag)

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