Bpost-Streik: Unternehmer schlagen Alarm wegen Lieferproblemen

<p>Stillstand bei Bpost: Der Verband Unizo drängt auf Lösung im Konflikt mit Gewerkschaften.</p>
Stillstand bei Bpost: Der Verband Unizo drängt auf Lösung im Konflikt mit Gewerkschaften. | Foto: belga

Hintergrund des Konflikts sind geplante Änderungen im Personalmodell. Die Unternehmensführung will die Arbeitszeiten der Briefträger um zwei Stunden nach hinten verschieben, um den Wandel vom klassischen Briefgeschäft hin zu einem stärker paketorientierten Betrieb zu bewältigen. Die Gewerkschaften lehnen diese Pläne bislang ab.

Leidtragende sind nach Angaben von Unizo vorwiegend selbstständige Einzelhändler. Deren Waren erreichen die Kunden oft verspätet oder gar nicht. „Die Händler werden auf diese Weise unfreiwillig in den Streik hineingezogen“, erklärt Unizo-Geschäftsführer Bart Buysse. Die Folge seien unzufriedene Kunden und Imageschäden für die betroffenen Geschäfte.

Gleichzeitig zeigt die Organisation grundsätzlich Verständnis für den Reformkurs. „Unizo versteht, dass (…) das Postunternehmen an die Zukunft denken muss, und begrüßt das natürlich auch. Anpassungen sind immer schwierig, aber es muss in die Zukunft geblickt werden“, heißt es. Zugleich richtet sich ein Appell an die Gewerkschaften: „Auch die Gewerkschaften dürfen nicht blind sein für die Veränderungen unseres Marktes und die Anpassungen, die dafür in unseren Unternehmen langfristig notwendig sind. Nur so können wir gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Hoffnung auf Bewegung

Am Mittwoch kommen Vertreter der Gewerkschaften mit Chris Peeters, CEO der Bpost-Muttergesellschaft, zu Gesprächen zusammen. Ziel ist es, die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.

Unizo fordert dabei konkrete Fortschritte: „Wir bitten Bpost und die Gewerkschaften, diesen Stillstand nicht weiter zu verlängern, sondern die Gespräche konstruktiv zu beschleunigen“, so Buysse. Die wirtschaftlichen Folgen seien erheblich: „Der wirtschaftliche Schaden während des Frühlingsverkaufs ist nicht zu unterschätzen, gerade in diesen ohnehin herausfordernden Zeiten.“

Neben einer schnellen Einigung bringt die Organisation auch politische Maßnahmen ins Spiel. Die Föderalregierung solle prüfen, ob ein Mindestdienst gewährleistet werden kann. Ziel sei es, Unternehmen künftig besser vor den Auswirkungen interner Konflikte zu schützen. (belga/calü)

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