Eine Behandlung mit Keytruda kostet im Durchschnitt rund 100.000 Euro pro Patient. Dabei sind die vertraulichen Preisnachlässe nicht eingerechnet, die die belgischen Behörden mit dem Hersteller Merck & Co. (außerhalb der USA und Kanada unter dem Namen MSD bekannt) ausgehandelt haben.
Zwar gibt es Medikamente, die noch teurer sind, doch Keytruda fällt besonders ins Gewicht, weil es in Europa zur Behandlung von rund 15 verschiedenen Krebsarten eingesetzt wird und damit eine große Zahl von Patienten betrifft.
Nach Angaben von MSD Belgium & Luxembourg liegt der durchschnittliche Rabatt, den Pharmaunternehmen gewähren, bei rund 64 Prozent über alle Therapiebereiche hinweg. Tatsächlich habe der belgische Staat daher nicht die genannten 2,6 Milliarden Euro ausgegeben, da für das Medikament seit seiner Einführung Preisnachlässe vereinbart worden seien.
Im Jahr 2024 belief sich das Budget für die Erstattung von Gesundheitsleistungen in Belgien auf 37,9 Milliarden Euro, davon entfielen 5,6 Milliarden Euro auf Medikamente. Die Finanzierung medizinischer Innovation bleibt damit eine zentrale Herausforderung, auch vor dem Hintergrund steigender Krebszahlen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl der Krebsfälle weltweit bis 2050 auf über 35 Millionen steigen. In Belgien wurden 2023 mehr als 77.000 Neuerkrankungen registriert. (belga/rt)

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