Ministerin Van Bossuyt reist zu „Abschreckungsmission“ in den Kongo

<p>Ministerin Anneleen Van Bossuyt ist für eine „Abschreckungsmission“ in die Demokratische Republik Kongo gereist.</p>
Ministerin Anneleen Van Bossuyt ist für eine „Abschreckungsmission“ in die Demokratische Republik Kongo gereist. | Archivbild: belga

Die Demokratische Republik Kongo gehört derzeit zu den Ländern mit den meisten Asylanträgen in Belgien – nach Afghanistan und Palästina. Nach Angaben des Kabinetts stammen die meisten Anträge jedoch aus der Hauptstadt Kinshasa und nicht aus den Konfliktregionen im Osten des Landes.

Die Zahl der Anträge ist zuletzt deutlich gestiegen: Während 2023 rund 1.250 Kongolesen Asyl beantragten, waren es 2025 bereits fast 2.500 (2.422 laut dem Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose). Damit lag das Land 2025 auf Rang vier der Herkunftsländer. Auch im laufenden Jahr setzt sich der Trend fort: In den ersten drei Monaten wurden bereits mehr als 450 Anträge registriert.

Gleichzeitig ist die Anerkennungsquote niedrig. 2025 wurden lediglich 14,9 Prozent der Anträge bewilligt, im ersten Quartal 2026 lag die Quote bei 10,7 Prozent.

Ministerin Van Bossuyt sieht darin vor allem wirtschaftliche Motive. Das Asylsystem sei nicht für Personen gedacht, die aus finanziellen Gründen einreisen wollten, erklärte sie. Wer dennoch versuche, Schutz in Belgien zu erhalten, werde diesen nicht bekommen.

Zudem kritisierte sie Missbrauch bei Visa-Verfahren. So würden zahlreiche Personen mit Touristenvisa einreisen und anschließend Asyl beantragen, was nicht zulässig sei. Auch gefälschte Dokumente kämen häufig vor.

Mit der Mission will die Ministerin diese Botschaft direkt vor Ort vermitteln. Neben Gesprächen mit lokalen und internationalen Medien sind auch Treffen mit dem kongolesischen Vizepremier- und Innenminister Jacquemain Shabani Lukoo sowie mit der Migrationsbehörde des Landes vorgesehen. (belga/rt)

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