Paeshuyse macht den Wahnsinn perfekt: AS Eupen holt ein 3:3 gegen Beerschot

<p>Das Spektakel zwischen Eupen und Beerschot endete ohne Sieger.</p>
Das Spektakel zwischen Eupen und Beerschot endete ohne Sieger. | Foto: belga

Vorentscheidenden Charakter hatte die Partie zum Auftakt in den vorletzten Spieltag der klassischen Meisterschaftsphase allemal. Im Dreier-Fernkampf mit Patro Eisden Maasmechelen und dem RFC Lüttich um die letzten beiden Play-offs-Tickets durfte die AS im Prinzip keine Federn lassen. Weiter oben steht derweil fest: Durch Beerschots Punktverlust ist Kortrijk hinter Meister Beveren auf dem Sofa in die 1. Division aufgestiegen.

Am kommenden Freitag (20 Uhr) finden alle Spiele in der Challenger Pro League zur selben Zeit statt. Die AS ist dann mit 47 Zählern beim aktuell punktgleichen Lüttich zu Gast. Patro Eisden Maasmechelen hat einen Punkt mehr auf dem Konto. Heißt: Gewinnen die Lütticher am Sonntag (16 Uhr) gegen Gent, sind sie aufgrund ihrer unerreichbar hohen Anzahl Siege für die AS nicht mehr einzuholen. Dann muss Eupen neben einem Sieg in Lüttich kommende Woche auf einen Punktverlust von Patro hoffen.

AS Eupen 3:3 Beerschot

Mit zwei Wechseln im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Brügges U23 startete Eupen in dieses so wichtige Spiel gegen Beerschot, das seinen Platz in den Play-offs bereits sicher hat. Zum erst zweiten Mal stand Daniel Kasper von Beginn an auf dem Platz, zudem lief Amadou Keita im Mittelfeld auf. Kevin Möhwald und Kikas fehlten gesperrt. Zakaria Atteri, der die ganze Woche über krank war, saß auf der Bank. Zague erhielt als Rechtsverteidiger einmal mehr den Vorzug vor Van Genechten.

Und die wilde Achterbahnfahrt in der ersten Halbzeit brauchte kaum Anlaufzeit. Masui knallte den Ball an die Latte, Eupens 1:0 durch Müller im direkten Gegenzug zählte wegen eines zugegebenermaßen fraglichen Handspiels nicht (7.). Der Ballbesitz ging in der Anfangsphase zwar eher an den von einem propevollen Gästeblock begleiteten Gast aus Antwerpen, doch Eupen stand hinten unter anderem bei zahlreichen Ecken gut und sorgte nach vorne hin immer wieder für Nadelstiche.

Und dann wurde es kurios: Nach einer Hiller-Parade staubte Guendouz zum 1:0 für Beerschot ab, der Linienrichter hob sofort die Fahne. Nur wer stand im Abseits? Die TV-Bilder ließen nur Vula als „Übeltäter“ infrage kommen, der allerdings weder Hiller behindert, noch entscheidend seinen Fuß in den Ball gehalten hatte. Vielleicht auch deshalb überstimmte Schiedsrichter Klass Clerkx seinen Assistenten und gab das Tor (24.).

<p>Direkt nach dem 0:1 antwortete Nuhu per Elfmeter.</p>
Direkt nach dem 0:1 antwortete Nuhu per Elfmeter. | Foto: belga

Schock für Eupen? Ganz im Gegenteil. Postwendend stürmte Müller in den Strafraum und holte einen Elfmeter raus, den Nuhu souverän verwandelte (26.). Es ging jetzt rauf und runter. Müller hatte das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte aber ebenso an Schlussmann Shinton (30.) wie Nuhu zu Beginn der dreiminütigen Nachspielzeit. Jubeln durfte die AS trotzdem noch einmal: Zague gab den Ball nach einem Pfostenschuss von Müller nicht auf und legte geistesgegenwärtig auf Kasper, der das 2:1 erzielte (45.).

<p>Daniel Kasper brachte die AS mit 2:1 in Front.</p>
Daniel Kasper brachte die AS mit 2:1 in Front. | Foto: belga

Der Schlusspunkt einer extrem unterhaltsamen ersten Hälfte – und es ging gleich so weiter. Zague verursachte einen Elfmeter, aber Hiller machte sich gegen Masui lang und fischte den Strafstoß aus der rechten Ecke (50.). Die AS zeigte nun richtig tollen Kombinationsfußball, wirkte teils wie ausgewechselt im Vergleich zu so manchen Spielen in den vergangenen Wochen. Ein Angriff über Müller fand in der Mitte erst Caliskan und dann Gavory (55.), dann rollte die nächste Welle über links – und immer hatte der bärenstarke und omnipräsente Müller seine Füße im Spiel (58.). Ein weiterer Nuhu-Schuss flog übers Netz (64.).

<p>Eupen und Beerschot lieferten sich einen offenen Schlagabtausch.</p>
Eupen und Beerschot lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. | Foto: belga

Viele Chancen für Eupen, doch die Tore fielen auf der Schönefelderseite – und binnen 120 Sekunden drückte einer dem Spiel seinen Stempel auf, der bis dahin noch gar nicht auf dem Platz gestanden hatte. Dmargio Wright-Philips brauchte nach seiner Einwechslung nur Sekunden, um Barès den Ball zu klauen, sich völlig unbedrängt durchs Mittelfeld zu tanken und in die Maschen abzuziehen (2:2, 68.).

<p>Der Man of the Match: Dmargio Wright-Philips</p>
Der Man of the Match: Dmargio Wright-Philips | Foto: belga

Wiederum nur zwei Minuten später flankte er auf Vula, der die Antwerpener blitzschnell in Front brachte (70.). Die AS geriet komplett ins Schwimmen, vor und nach dem 3:2 entschärfte Hiller zwei Schüsse. Eupens Coach Bruno Pinheiro reagierte mit zwei Doppelwechseln, tauschte abgesehen von Müller seine gesamte Offensivabteilung aus.

Und es fruchtete beinahe: Atteri stand bei seinem 3:3 allerdings im Abseits (81.). Der Ausgleich fiel dennoch: Kapitän Paeshuyse beförderte eine Mashal-Flanke in die Maschen, das Kehrwegstadion explodierte – und im fernen Kortrijk brandete ebenfalls Jubel auf.

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