Das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat im Rahmen der Bürgerversammlung klare Empfehlungen zum sozio-emotionalen Lernen (SEL) entgegengenommen und befürwortet. Damit wurde ein politisches Signal gesetzt: Die Förderung sozialer Kompetenzen, emotionaler Stabilität und eines respektvollen Miteinanders soll stärker in den schulischen Alltag integriert werden. Umso befremdlicher wirkt die jüngste Entscheidung der Stadt Eupen, die Schulhunde in zwei Schulen der Unterstadt in zwei Monaten vollständig abzuschaffen. Schulhunde sind ein anerkanntes pädagogisches Instrument, das zur Förderung von Empathie, Vertrauen und sozialer Interaktion beitragen kann, genau jene Kompetenzen, die im Rahmen des SEL gestärkt werden sollen.
Scheinwissenschaftliche Halbwahrheiten und persönliche Empfinden dürfen in diesem sensiblen Bereich keinesfalls über fachliche und fachpädagogische Einschätzungen gestellt werden. Wenn politische Verantwortungsträger einerseits Empfehlungen zur Stärkung des sozio-emotionalen Lernens unterstützen, andererseits jedoch konkrete Instrumente, die bereits Jahre lang zum Einsatz gekommen sind, ohne nachvollziehbare fachliche Begründung einschränken, entsteht ein Widerspruch, der nicht vermittelbar ist. Gerade in Schulen mit Kindern, die teilweise mit erheblichen sozialen oder familiären Belastungen konfrontiert sind, braucht es Offenheit für wirksame pädagogische Methoden. Es bleibt zu hoffen, dass die Expertise der pädagogischen Fachkräfte und des Leitungsteams beider Unterstädter Schule das notwendige Gewicht erhält. Denn letztlich geht es nicht um Ideologien, sondern um das Wohlergehen der Kinder und um eine glaubwürdige Umsetzung politischer Zielsetzungen im Schulalltag.
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