Palliativhilfe kommt oft zu spät – CD&V will das ändern

<p>Els Van Hoof will die Unterstützung für Palliativpatienten deutlich früher zugänglich machen.</p>
Els Van Hoof will die Unterstützung für Palliativpatienten deutlich früher zugänglich machen. | Foto: belga

Bislang haben Patienten nur dann Anspruch auf die Unterstützung, wenn ihre Lebenserwartung auf weniger als drei Monate geschätzt wird. Die föderale Abgeordnete Els Van Hoof schlägt nun vor, diese Frist auf ein Jahr zu verlängern.

Ausgangspunkt ist unter anderem eine Studie der Christlichen Krankenkassen, wonach lediglich jeder vierte Mensch zu Hause stirbt – obwohl sich dies viele wünschen. Van Hoof bezeichnet diese Situation als problematisch und fordert, dass Hilfe früher bereitgestellt wird.

Bei einer Betreuung zu Hause entstehen häufig zusätzliche Kosten, während diese im Krankenhaus in der Regel gedeckt sind. Die bestehende Palliativpauschale von 850 Euro, die einmal verlängert werden kann, soll diese Unterschiede ausgleichen, greift nach Einschätzung der Initiatorin jedoch oft zu spät.

Hinzu kommt, dass die Einschätzung der verbleibenden Lebenserwartung in der Praxis schwierig ist. Dadurch erhalten manche Betroffene keine finanzielle Unterstützung, obwohl sie darauf angewiesen wären.

Mit dem Gesetzesvorschlag will die Partei das System stärker an den tatsächlichen Bedarf anpassen, die Unterstützung früher gewähren und den Betroffenen mehr Planungssicherheit geben. Langfristig soll das Kriterium der Lebenserwartung durch eine Bewertung des Pflegebedarfs ersetzt werden.

Nach Angaben von Van Hoof ist die Reform finanziell tragbar. Für das Jahr 2026 sind mehr als 30 Millionen Euro für die Palliativpflege vorgesehen, die zuletzt nicht vollständig ausgeschöpft wurden. (belga/rt)

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