Forscher entdecken vielversprechenden Ansatz gegen bakterielle Vaginose

<p>Bakterielle Vaginose betrifft viele Frauen und kann zu Beschwerden wie Ausfluss, Geruch oder Juckreiz führen – neue Therapieansätze machen nun Hoffnung auf eine langfristige Behandlung.</p>
Bakterielle Vaginose betrifft viele Frauen und kann zu Beschwerden wie Ausfluss, Geruch oder Juckreiz führen – neue Therapieansätze machen nun Hoffnung auf eine langfristige Behandlung. | Foto: picture alliance/dpa

Bakterielle Vaginose ist eine weitverbreitete Störung des natürlichen bakteriellen Gleichgewichts in der Vagina. Dabei werden schützende Bakterien durch krankmachende Keime verdrängt. Typische Symptome sind unter anderem ungewöhnlicher Ausfluss, unangenehmer Geruch oder Juckreiz. Schätzungen zufolge ist mehr als jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen. Zudem steht die Erkrankung im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten, HIV-Infektionen und Veränderungen am Gebärmutterhals.

Problematisch ist primär die hohe Rückfallquote: Trotz Behandlung mit Antibiotika erleiden rund 60 Prozent der Betroffenen innerhalb von sechs Monaten einen Rückfall. In manchen Fällen wird die Erkrankung sogar chronisch. Paradoxerweise könnten Antibiotika selbst zu diesem Problem beitragen.

Die Forscher setzten daher auf einen neuen Ansatz: Sie untersuchten, ob sich das vaginale Mikrobiom gezielt „neu starten“ lässt – mithilfe schützender Bakterien. In klinischen Studien testeten sie eine Kombination aus Antibiotika und Probiotika.

Die Ergebnisse gelten als vielversprechend: Bereits eine einwöchige Behandlung mit Probiotika könnte ausreichen, um gesunde Bakterien wieder anzusiedeln und so das Risiko eines Rückfalls deutlich zu senken.

Weitere klinische Studien sollen nun folgen, um die Therapie zu optimieren und eine offizielle Zulassung zu erreichen. Gleichzeitig betonen die Forscher, dass es noch großen Nachholbedarf in der Erforschung der weiblichen Gesundheit gibt. Neue Erkenntnisse wie diese könnten dazu beitragen, bestehende Wissenslücken zu schließen.

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