Eine Fortführung des Standorts ist nach Angaben des DRK trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen. Demnach ließ sich kein Betreiber finden, der das Haus wirtschaftlich und dauerhaft weiterführen könnte. Deshalb sei die Schließung der Einrichtung unumgänglich.
Bewohner und Angehörige sollen bei der Suche nach neuen Pflegeplätzen unterstützt werden.
Hintergrund ist das bereits zu Beginn des Jahres eingeleitete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der DRK Gesundheitsdienste Städteregion Aachen gGmbH. Für andere Bereiche des Unternehmens konnten demnach teilweise Lösungen gefunden werden: Für die Tagespflegeeinrichtungen in Kohlscheid, Würselen und Baesweiler gibt es neue Träger, auch das Geschäftsfeld des Betrieblichen Gesundheitsmanagements kann weitergeführt werden. Für den Standort Kalterherberg zeichnete sich dagegen keine tragfähige Perspektive ab.
Das DRK unterstützt nach Informationen des Wochenspiegels die betroffenen Bewohner und ihre Angehörigen bei der Suche nach neuen Pflegeplätzen und übernimmt auch den Umzug. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Lösungen gefunden werden.
Als Gründe für das Scheitern gelten die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Pflegebranche. Genannt werden strukturelle Unterfinanzierung, steigende Kosten und notwendige Investitionen, die kleinere Einrichtungen besonders stark belasten. Besonders bitter sei die Entwicklung auch deshalb, weil der Standort nach der Übernahme durch das DRK im Jahr 2023 eigentlich ausgebaut werden sollte. Geplant war ein staatlich gefördertes „Pflegehotel“ mit angegliederter reha-orientierter Kurzzeitpflege. Für dieses Vorhaben waren laut Wochenspiegel 2,5 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesgesundheitsministeriums vorgesehen. Wegen stark gestiegener Bau- und Sachkosten wurde das Projekt jedoch nicht umgesetzt.
Demnach soll die Schließung bis Mai 2026 vollzogen werden. Monschaus Bürgermeisterin Carmen Krämer bezeichnete die Entwicklung als „Katastrophe“ und verwies auf die Bedeutung wohnortnaher Pflegeangebote mit Blick auf den demografischen Wandel. Auch die Bundestagsabgeordnete Claudia Moll bedauerte das Scheitern des Pflegehotel-Projekts und die Schließung des Seniorenzentrums. (red/jj)

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