Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema „Online sicher, offline glücklich“. Dabei ging es um die Frage, wie Kinder im Internet besser geschützt werden können und wie sich Freizeit sinnvoll ohne Bildschirm gestalten lässt. Entscheidend war vor allem die Sicht der Kinder selbst.
Zu Beginn erklärte Parlamentsmitarbeiterin Nadine Streicher den Ablauf des Projekts. Die teilnehmenden Klassen – zwei aus der Pater-Damian-Grundschule sowie zwei aus dem Königlichen Athenäum Eupen – hatten sich im Vorfeld intensiv vorbereitet. Mithilfe lebensgroßer Holzfiguren hielten die Schülerinnen und Schüler fest, was sie selbst verändern können und welche Erwartungen sie an die Politik haben. Parlamentspräsidentin Patricia Creutz-Vilvoye (CSP) betonte die Bedeutung des Austauschs: Demokratie lebe davon, miteinander zu sprechen, zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Der Platz im Plenarsaal gehöre an diesem Tag bewusst den Kindern, während die Abgeordneten an der Seite Platz nahmen.

In Kleingruppen diskutierten die Schülerinnen und Schüler anschließend mit den Politikerinnen und Politikern ihre Ideen. Dabei wurde deutlich, welchen Stellenwert digitale Medien im Alltag der Kinder einnehmen. „Das Internet gehört zu unserem Leben, aber es treten auch Probleme auf“, erklärte ein Schüler. In den Klassen seien dazu bereits Fragen erarbeitet worden – etwa, was Kinder selbst ändern können und wie Erwachsene sie dabei unterstützen sollten.

Zurück im Plenarsaal präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse. Viele Kinder berichteten, dass ihnen oft die Motivation fehle, andere Aktivitäten zu unternehmen – obwohl Sport und Bewegung eigentlich eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wurde über Probleme im Netz gesprochen, etwa über beleidigende Sprache in Chats. Als Lösungen nannten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Filter, das Deaktivieren von Chatfunktionen und einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien.

Deutlich wurde auch: Nicht alle Anliegen liegen in der Zuständigkeit des Parlaments bzw. der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Viele Wünsche richten sich an die Gemeinden – etwa in Bezug auf Spielplätze, Freizeitangebote oder sichere Wege, besonders in Eupen. Gefordert wurden mehr Sportmöglichkeiten, bezahlbare Angebote für alle sowie Schnuppertage in Vereinen. Ein weiterer Vorschlag war ein fester „Offline-Tag“, an dem Kinder und Eltern bewusst Zeit ohne Bildschirm verbringen – etwa beim Spielen oder bei Ausflügen in der Natur. Generell sehen die Kinder auch die Eltern in der Verantwortung: Sie sollten klare Regeln setzen und selbst als Vorbilder agieren.

Neben Bewegung wurden auch kreative Alternativen genannt. So wünschten sich die Schülerinnen und Schüler mehr Möglichkeiten, Bücher auszuleihen – zum Beispiel über öffentliche Bücherschränke, Kisten oder umfunktionierte Telefonzellen. Zudem kam die Idee auf, Ehrenamtsstunden einzuführen, bei denen Kinder sich etwa im Tierheim engagieren oder Zeit mit älteren Menschen im Altenheim verbringen können. Am Ende stand eine klare Botschaft: Digitale Medien gehören zum Alltag, sollten aber in einem gesunden Maß genutzt werden. „Wir dürfen das Internet nutzen, aber wir sollten nicht darin leben“, lautete sinngemäß eine der zentralen Aussagen.
Aufgrund der großen Nachfrage wird das Projekt fortgesetzt: Ein zweiter „Zug der Demokratie“ findet am 2. Juni statt. Dann bringen weitere Viertklässler aus den Gemeindegrundschulen in Amel und Raeren ihre Ideen ins Parlament ein.

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