Viele kleine Projekte, große Wirkung: Bürgerfonds Ostbelgien blickt auf 2025

<p>Preisverleihung der Initiative „Local Heroes“ Anfang Februar im Verlagsgebäude von GE-Media: Ausgezeichnet wurden Pflegekräfte aus Ostbelgien für ihr besonderes Engagement im Alltag.</p>
Preisverleihung der Initiative „Local Heroes“ Anfang Februar im Verlagsgebäude von GE-Media: Ausgezeichnet wurden Pflegekräfte aus Ostbelgien für ihr besonderes Engagement im Alltag. | Archivfoto: David Hagemann

Zwischen Corona-Pandemie, Energiekrise und wachsender sozialer Ungleichheit soll der Bericht vor allem eines zeigen: dass Zusammenhalt in der DG kein Schlagwort ist, sondern gelebte Praxis.

Der Bürgerfonds versteht sich dabei weniger als klassische Förderinstitution denn als Plattform für Engagement vor Ort. Finanziert durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Partnern, unterstützt er Projekte, die direkt im Alltag der Menschen ansetzen. Die Bandbreite ist groß: Sie reicht von sozialer Unterstützung über Bildungs- und Kulturprojekte bis hin zu Initiativen im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich. Im abgelaufenen Jahr 2025 wurden 46 Projekte mit insgesamt rund 177.000 Euro gefördert, wie es im Jahresrückblick heißt. Auffällig ist, dass es sich dabei kaum um große Prestigevorhaben handelt. Vielmehr stehen konkrete, oft niedrigschwellige Maßnahmen im Mittelpunkt: ein Feuchtbiotop für einen Schulgarten, Smartphone-Kurse für sehbehinderte Menschen, Mobilitätsangebote für Senioren oder kulturelle Projekte aus der Region.

Gleichzeitig reagiert der Bürgerfonds auch strukturell auf neue Herausforderungen. Die bisher üblichen thematischen Projektaufrufe werden durch ein offenes System ersetzt. Vorhaben können demnach nun ganzjährig eingereicht werden. Ziel ist es, mehr Initiativen zu erreichen – insbesondere jene, die bislang wenig Sichtbarkeit hatten. Damit verschiebt sich der Fokus noch stärker hin zu einer breiten, basisnahen Förderung. Der Bericht macht jedoch auch deutlich, dass die sozialen Probleme in der Region keineswegs verschwunden sind. Trotz insgesamt hoher Lebensqualität wächst der Druck auf einkommensschwache Haushalte. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Die Beispiele sind konkret und ernüchternd: fehlendes Pausenbrot, keine Teilnahme an Schulausflügen, mangelnde Ausstattung oder fehlende Förderangebote.

Mit der Initiative „Ein Herz für ostbelgische Kinder“ versucht der Bürgerfonds Ostbelgien hier gezielt gegenzusteuern. Seit 2022 wurden über 85.000 Euro gesammelt, ein Großteil davon direkt an Schulen weitergeleitet. Die Idee dahinter ist pragmatisch: Schulen wissen am besten, wo Hilfe gebraucht wird, und können schnell und unbürokratisch reagieren. Der Ansatz zeigt, wie lokal verankerte Strukturen genutzt werden können, um soziale Ungleichheit zumindest abzufedern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt 2025 auf der Anerkennung von Pflegekräften. Mit der Kampagne „Local Heroes“ möchte der Bürgerfonds eine Berufsgruppe ins Zentrum rücken, die zwar als unverzichtbar gilt, im Alltag jedoch oft wenig Aufmerksamkeit erhält.

Beschäftigte aus dem Pflegebereich konnten Kolleginnen und Kollegen nominieren, eine Jury wählte schließlich zehn Preisträger aus. Neben symbolischer Anerkennung erhielten sie auch finanzielle Unterstützung – sowohl persönlich als auch für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche. Eingebettet ist die Arbeit des Fonds in ein größeres Netzwerk, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der König-Baudouin-Stiftung. Diese unterstützt landesweit und international zahlreiche Projekte und stellt damit einen wichtigen Rahmen für philanthropisches Engagement dar.

Gleichzeitig bleibt der Bürgerfonds Ostbelgien nach eigenen stark regional ausgerichtet – mit dem Anspruch, Lösungen dort zu entwickeln, wo die Probleme konkret sichtbar werden. (sc)

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