Ausgangspunkt war die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009, die auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen grundlegenden Wandel angestoßen hat. Seither setzt die DG auf gemeinsame Schulstandorte („Campus-Schulen“), in denen Regel- und Förderunterricht enger verzahnt sind. Ein zentrales Element dieses Ansatzes ist das sogenannte Co-Teaching: Lehrkräfte aus dem Regel- und Förderbereich unterrichten gemeinsam in einer Klasse. Ziel ist es, den Unterricht stärker an die individuellen Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler anzupassen. Unterstützt werden sie dabei von multiprofessionellen Teams, etwa mit Therapeutinnen und Therapeuten.
Das Zentrum für Förderpädagogik spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es betreut mehrere Standorte in Eupen, Bütgenbach und St.Vith und fungiert zugleich als Kompetenzzentrum für alle Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Neben konkreter Unterstützung im Unterricht bietet es auch Weiterbildungen für Lehrkräfte an, um inklusive Pädagogik flächendeckend zu stärken. Nach mehr als 15 Jahren zieht Schleihs eine überwiegend positive Bilanz: Die Zusammenarbeit zwischen Regel- und Förderunterricht habe sich etabliert, Vorbehalte seien weitgehend abgebaut worden und die Schüler profitierten insgesamt von differenzierterem Unterricht. Gleichzeitig blieben Herausforderungen – etwa Personalmangel und begrenzte Ressourcen. Sein Fazit fällt dennoch klar aus: Die inklusive Schule ist auf dem Weg – mit funktionierenden Konzepten, aber auch weiterem Entwicklungsbedarf. (sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren