„Der Hotseat hat mir gut gefallen“, sagte die 18-Jährige kurz nach Mitternacht mit einem Lächeln auf der Pressekonferenz. „Ich hatte noch nie dort gesessen. Es war ungewohnt und natürlich auch ein bisschen emotional.“
Der „Hotseat“ ist jener Platz, auf dem sich während eines Wettbewerbs die aktuell Führende aufhält – ein Symbol für den möglichen Sieg. Für Pinzarrone wurde dieser Moment nun Realität, nachdem sie sich gegen starke internationale Konkurrenz durchgesetzt hatte.
Bei der Medienrunde stand die Belgierin rund 80 internationalen Journalisten Rede und Antwort. Die beiden anderen Medaillengewinnerinnen, Kaori Sakamoto (Gold) und Mone Chiba (Silber), stießen erst später dazu, da sie zunächst japanischen Fernsehsendern Interviews gaben.
Pinzarrone nutzte die Gelegenheit, um die Bedeutung ihres Erfolgs einzuordnen: Medaillen im Eiskunstlauf seien für Belgien eine Seltenheit – umso besonderer sei dieser Moment für sie persönlich.
Auch private Einblicke ließ die junge Athletin zu. Ihr Vater stammt aus Sizilien, wo sie im vergangenen Jahr Urlaub gemacht hatte. „Ich spreche ein bisschen Italienisch“, erzählte sie. Zudem habe sie die Atmosphäre der Olympischen Spiele in Italien zusätzlich motiviert: „Diese Erfahrung hat mir hier sicher geholfen.“
Als die beiden japanischen Läuferinnen schließlich zur Pressekonferenz dazustießen, zeigte sich vor allem Kaori Sakamoto erleichtert. „All dieses harte Training würde ich nicht länger durchhalten“, sagte die 26-Jährige. „Ich werde mir ein E-Bike kaufen und einfach Rad fahren.“ Nach den Olympischen Spielen, bei denen sie Silber gewann, habe sie zunächst gezögert, überhaupt bei der WM anzutreten. „Erst nach meiner Rückkehr nach Japan habe ich mich entschieden, hier zu starten.“
Für Pinzarrone bleibt indes vor allem eines: ein historischer Erfolg – und ein Platz, den sie so schnell wohl nicht vergessen wird. (belga/calü)

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