eTwinning: Eva Carpels bringt Europa ins Klassenzimmer

<p>Eva Carpels, neue eTwinning-Koordinatorin beim Jugendbüro Ostbelgien, informiert Schulen über digitale Möglichkeiten, den Unterricht europaweit zu vernetzen.</p>
Eva Carpels, neue eTwinning-Koordinatorin beim Jugendbüro Ostbelgien, informiert Schulen über digitale Möglichkeiten, den Unterricht europaweit zu vernetzen. | Foto: Jugendbüro Ostbelgien

„Ich habe zuvor am Athenäum in Eupen gearbeitet und weiß, wie herausfordernd der Lehreralltag ist“, erklärt Eva Carpels. „Mit eTwinning können Projekte direkt in den Unterricht integriert werden. Lehrkräfte können bestehende Themen aufgreifen und mit Partnerklassen in Belgien oder Europa vertiefen, ohne dass es zusätzlichen Aufwand bedeutet.“

Warum eTwinning für Ostbelgien besonders attraktiv ist.

Ostbelgien sei eine einzigartige Region: Mehrsprachigkeit, kulturelle Vielfalt und europäische Orientierung prägen den Alltag in Schulen und Gemeinden. Viele Schüler wachsen zweisprachig oder sogar dreisprachig auf und haben bereits früh Kontakte zu Nachbarländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Frankreich.

„Genau hier setzt eTwinning an“, erklärt die Eupenerin. „Schüler können ihre Sprachkenntnisse praktisch anwenden und gleichzeitig Erfahrungen mit europäischen Partnern sammeln. Die Plattform bietet die Möglichkeit, Projekte innerbelgisch, also zwischen Schulen in Belgien, oder europaweit zu gestalten. So erleben die Schüler, dass Europa lebendig ist, sie tauschen sich über Kulturen, Traditionen, Umweltfragen oder wissenschaftliche Experimente aus, ohne dass weite Reisen nötig sind.“ Die Kombination aus digitaler Zusammenarbeit und lokaler Erfahrung mache eTwinning besonders passend: Schüler lernen Teamarbeit, Organisation und interkulturelle Kompetenzen. Gleichzeitig sei die Plattform eine nachhaltige Alternative zu klassischen Schüleraustauschen, da Reisen reduziert werden könnten, ohne dass pädagogischer Mehrwert verloren gehe. „Ostbelgien ist klein, aber international orientiert. Unsere Schüler profitieren besonders von digitalen europäischen Projekten, weil sie die Brücke zwischen lokaler Erfahrung und europäischer Vernetzung schlagen können“, sagt Carpels. „Es ist eine Chance, Europa direkt ins Klassenzimmer zu holen und Schüler auf die Herausforderungen einer vernetzten Welt vorzubereiten.“

So läuft ein eTwinning-Projekt ab.

Über die eTwinning-Plattform ESEP (eTwinning School Europe Platform) legen Lehrkräfte ein Projekt an, definieren Zielgruppe, Thema und Aufgaben und suchen passende Partnerschulen. Die Schüler arbeiten digital zusammen: Sie erstellen Präsentationen, Videos, Blogs oder digitale Ausstellungen und tauschen Ergebnisse über die Plattform aus. Diskussionsforen und Online-Meetings ermöglichen den Austausch und gemeinsame Reflexion.

Lehrerinnen und Lehrer können an Kontaktseminaren teilnehmen, um neue Partnerschaften zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Ideen für Projekte zu entwickeln. Diese finden regelmäßig an verschiedenen Orten statt. Besonders interessant sind laut der Koordinatorin zum Beispiel ein Seminar für Lehrkräfte der 4., 5. und 6. Sekundarstufe in den MINT-Fächern, das vom 9. bis 11. September 2026 in Island stattfindet, sowie ein Kontaktseminar für Primarschullehrerinnen und -lehrer, das vom 8. bis 10. Oktober 2026 in Luxemburg durchgeführt wird. Diese Seminare böten die Möglichkeit, direkt Kontakte zu europäischen Partnerschulen zu knüpfen und sich praxisnah, durch erste Eindrücke, mit der Plattform zu beschäftigen.

eTwinning sei flexibel ins Curriculum integrierbar. Lehrerinnen und Lehrer können Unterrichtsthemen wie Umwelt, Mathematik, Kunst oder Sprachen direkt einbinden und mit Partnerklassen vertiefen. So werde Unterricht praxisnah, motivierend und vernetzt gestaltet.

„Mein Ziel ist klar: Europa ins Klassenzimmer bringen: digital, nachhaltig und praxisnah“, so Carpels. „eTwinning ist eine Chance für die Schulen in Ostbelgien, Unterricht spannend zu gestalten und gleichzeitig den Blick der Schüler über die Landesgrenzen hinaus zu öffnen.“ (red/nico)

Interessierte Lehrkräfte können sich per E-Mail an eva.carpels@jugendbuero.be wenden.

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