Die detaillierte Analyse zeigt jedoch, dass sich der Markt weiter strukturell verändert. Besonders deutlich wird dies beim Rückgang physischer Verkäufe. Sogenannte Vollpreisspiele auf Datenträgern und Zubehör verlieren weiter an Bedeutung. Nur noch 25 Prozent der Verkäufe entfallen auf physische Produkte, während digitale Downloads inzwischen 75 Prozent ausmachen. „Die physischen Verkäufe vollständiger Videospiele gehen weiterhin gegenüber digitalen Downloads zurück. Wir glauben auch, dass die Schließung aller spezialisierten Game-Mania-Geschäfte Ende 2024 die physischen Verkäufe von Videospielen und von Zubehör beeinflusst hat, insbesondere in Flandern“, erklärt David Verbruggen, Generaldirektor der VGFB. „Game Mania war im Norden weithin als wichtiger Verkaufsort für viele Verbraucher anerkannt.“
Das digitale Geschäft mit Konsolen- und PC-Spielen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um ein Prozent gewachsen und macht mittlerweile 38 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dazu zählen neben vollständigen Spiele-Downloads auch Zusatzinhalte (DLC), Mikrotransaktionen (A.d.R. Kleine Transaktionen mit Echtgeld, die innerhalb der Spiele getätigt werden können) sowie verschiedene Abo-Modelle und Streaming-Angebote.
Noch dynamischer entwickelt sich der Mobile-Bereich. Insgesamt wurden 148 Millionen Spiele-Downloads verzeichnet, der Umsatzanteil stieg um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent. Vor allem das Spiel „Roblox“ gewinnt weiter an Bedeutung und zählt sowohl auf mobilen Geräten als auch auf PC und Konsole zu den erfolgreichsten Titeln. Auch das Spiel „Kingshot“ konnte im Laufe des Jahres stark zulegen und gehört inzwischen zu den meistgeladenen Mobile-Games.
Der Hardware-Markt bleibt stabil und macht weiterhin 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Insgesamt wurden 253.466 Konsolen sowie 675.891 Peripheriegeräte verkauft. Die PlayStation 5 ist erneut die meistverkaufte Konsole in Belgien, gefolgt von der Nintendo Switch 2, die trotz einer Markteinführung im Laufe des Jahres bereits den zweiten Platz erreicht.
Auch ein wachsendes Interesse an Retro-Gaming (A.d.R. Alten Videospielen und Konsolen) ist erkennbar. Die kompakte Handheld-Konsole „Evercade“ schafft es in die Top fünf der meistverkauften Geräte. Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Spielerschaft greifen offenbar mehr Nutzer wieder zu klassischen Titeln.
Große Marken dominieren den Markt.
Bei den Spielen dominieren weiterhin große Marken. Das meistverkaufte Konsolenspiel ist „EA SPORTS FC 26“, während „Battlefield 6“ den dritten Platz belegt. Die aktuellen Teile der „Call-of-Duty“-Reihe belegen gemeinsam mit „Warzone“ den zweiten Platz unter den meistgespielten Titeln.
Insgesamt ist „Fortnite“ das meistgespielte Spiel auf Konsolen und PC. Im Bereich Live-Streaming liegen international vor allem „League of Legends“ und „Grand Theft Auto V“ vorn. Gleichzeitig gelingt es auch belgischen Indie-Spielen wie „Order 13“, „Koira“ und „Flotsam“, eine nennenswerte Online-Zuschauerschaft zu erreichen.
Insgesamt zeigt sich der belgische Games-Markt stabil, befindet sich jedoch weiterhin in einem Wandel. Digitale Vertriebsformen und mobile Angebote gewinnen weiter an Bedeutung, während physische Verkäufe zurückgehen. Konsolen bleiben ein wichtiger Bestandteil des Marktes, und auch Retro-Gaming sowie Indie-Produktionen (A.d.R. Produktionen von kleinen Studios) gewinnen zunehmend an Relevanz. (nico)

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