Feinstaub in Klassenzimmern beschäftigt das Parlament der DG

<p>Fehlen moderne Lüftungsanlagen, so werde auf regelmäßiges, korrektes Lüften gesetzt.</p>
Fehlen moderne Lüftungsanlagen, so werde auf regelmäßiges, korrektes Lüften gesetzt. | Illustration: Britta Pedersen/dpa

Laut Messungen der Organisation Airscan überschreiten rund 84 Prozent der untersuchten Klassenzimmer in Belgien die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Feinstaubwerte. Der CSP-Abgeordnete Marcel Henn sprach bei der Regierungskontrolle von einem möglichen strukturellen Problem mit Folgen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schüler.

Bildungsminister Jérôme Franssen (CSP) stellte klar, „dass in Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft keine Messung durch Airscan durchgeführt wurde.“ Weder hätten sich Schulen freiwillig beteiligt, noch sei die DG direkt kontaktiert worden. Dennoch unterstrich der Minister die Bedeutung des Themas: „Gleichwohl ist die Thematik schlechte Luftqualität und Feinstoffbelastung in Klassenzimmern natürlich ernst zu nehmen.“ In der DG gelten laut Franssen verbindliche Mindeststandards für die Luftqualität in Klassenzimmern. Grundlage sind unter anderem europäische Normen zur Lüftungs- und Klimatechnik sowie die wallonische PEB-Regelung zur energetischen Gebäudeleistung. Diese legen fest, wie viel Frischluft pro Person zugeführt werden muss. Neue Schulgebäude seien daher mit mechanisch kontrollierten Lüftungssystemen ausgestattet, die einen kontinuierlichen Luftaustausch sicherstellen. Die Einhaltung der Vorschriften liege bei den Schulträgern und werde in den Schulen des Gemeinschaftsunterrichtswesens regelmäßig überprüft. Bestehende Anlagen würden gewartet und Filter regelmäßig gewechselt.

Wo keine entsprechenden Systeme vorhanden sind, setze die Regierung auf einfache Maßnahmen. „Bestehen mechanische Lüftungsanlagen nicht, gilt als pragmatische Lösung, dass Klassenzimmer regelmäßig gelüftet werden sollten, und zwar auf korrekte Art und Weise“, so der Minister. Zusätzlich könnten mobile Luftreinigungsgeräte fachgerecht eingesetzt werden.

Zugleich kündigte der Minister an, die Schulträger – insbesondere die Gemeinden – stärker einzubinden: Man werde sie darum bitten, Auskunft über Erkenntnisse zur Luftqualität in ihren Einrichtungen zu geben. (nico)

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