Die extreme Vereinfachung der Formen, die gleichzeitig symbolisch stark aufgeladen ist, kennzeichnet den Stil des spanischen Malers, der 1983 auf Mallorca starb.
Ein weiterer Höhepunkt der Messe ist ein Porträt von Diego Velázquez (1599-1660). Der spanische Hofmaler, berühmt unter anderem für „Las Meninas“ im Prado, stellte auf dem Gemälde den Regierungsbeamten Sebastián Garcia de Huerta (1576-1644) dar. Der Anlass dafür sei vermutlich dessen Ernennung zum Sekretär des spanischen Königs Philipp IV. gewesen, sagte Federico Bonezzi von der Galerie Colnaghi. Das Porträt wird für sieben Millionen Euro angeboten.
Buchmalereien wie aus „Der Name der Rose“
Museumsqualität haben auch die mittelalterlichen Buchmalereien bei Jörn Günther. Herausstechend ist ein Heiligenbuch, das um das Jahr 1140 im Kloster St. Pantaleon in Köln angefertigt wurde. Dort malten die Mönche jeden einzelnen Buchstaben von Hand und verzierten ihn kunstvoll – ungefähr so, wie man es im Mittelalter-Thriller „Der Name der Rose“ sehen kann. Das Buch wird für 1,6 Millionen Schweizer Franken angeboten.
Die Galerie Henze & Ketterer hat mehrere Werke von Ernst Ludwig Kirchner im Programm, darunter einen „Bauer, einen Schubkarren ziehend“ für 1,9 Millionen Euro und „Artisten an Ringen“ für 1,5 Millionen Euro. Kirchner (1880-1938) gehörte zu den bekanntesten Vertretern des deutschen Expressionismus und war Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“. Er suchte das Exotische und Ursprüngliche und zog dafür 1917 aus Berlin in eine Schweizer Berghütte.
Die Tefaf gilt als die weltweit wichtigste Messe für alte Kunst. Sie dauert dieses Jahr von Samstag bis Donnerstag (14. bis 19. März). 276 Kunsthändler und Galeristen aus 24 Ländern und von fünf Kontinenten bieten Zehntausende Objekte an.
Diesmal allerdings gibt es zwei Kriege, und die Aktienkurse fallen – beeinflusst das die Stimmung? „Ich bin grundsätzlich sehr positiv gestimmt“, sagt der Galerist Georg Laue aus München, der seit Jahrzehnten in Maastricht dabei ist und auch im Vorstand der Messe ist. „Wir haben im Laufe der Zeit so viele Krisen durchgestanden, letztlich hat sich immer gezeigt, dass diese Gruppe von Interessierten – es sind ja nicht nur Käufer, es sind auch Kunsthistoriker, Restauratoren, Museumsdirektoren – dass die einmal im Jahr zusammenkommen muss. Und das ist hier in Maastricht.“ Auch streikende Luftlinien oder fallende Kurse änderten daran nichts. Die Händler präsentierten in Maastricht das Beste, was sie in den vorangegangenen zwölf Monaten gefunden hätten. „Es ist wie ein Museum auf Zeit“, so Laue. Das gelte auch für amerikanische Händler und Museumsleute – „sie kommen alle, sie gucken nicht erst, was passiert in der Welt, was hat Trump jetzt wieder für eine Idee?“.
2022 hatte es mitten im Messebetrieb einen spektakulären Raubüberfall gegeben. Mit einem Vorschlaghammer schlugen Räuber die Vitrine eines britischen Schmuckhändlers ein und erbeuteten eine kostbare Kollektion, darunter einen Diamanten von 114 Karat.
Der Wert der Beute soll sich auf schätzungsweise 30 Millionen Euro belaufen haben. Bis heute hat die niederländische Polizei den Fall nicht aufgeklärt – eines der geraubten Schmuckstücke konnte allerdings sichergestellt werden. Es werde weiter ermittelt, teilt ein Polizeisprecher in Maastricht mit.
Als Museumspartner tritt in diesem Jahr unter anderem die König-Baudouin-Stiftung auf, die 2026 ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Sie wird eine Auswahl belgischer Meisterwerke präsentieren, die den Einfluss der Philanthropie auf das kulturelle Erbe veranschaulichen. Eines der Highlights ist das Porträt eines Mitglieds der Familie De Rojas (ca. 1460–1470) von Hans Memling.
König-Baudouin- Stiftung zeigt belgische Meisterwerke.
Die Stiftung wird außerdem das monumentale silberne Tafelornament vorstellen, das 1635–1636 vom Antwerpener Silberschmied Theodoor I. Rogiers für Peter Paul Rubens geschaffen wurde. Dieses außergewöhnliche barocke Ensemble blieb fast vier Jahrhunderte lang im Besitz der Familie Rubens und konnte dank der Spende von Ritter und Frau Bauchau in das Rubenshaus in Antwerpen zurückkehren. Nach der Tefaf wird das Stück aufgrund der vorübergehenden Schließung des Rubenshauses im Victoria and Albert Museum in London ausgestellt.
„Unsere Teilnahme an der TEFAF bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Bedeutung internationaler Philanthropie für Kulturerbe und Kultur zu zeigen“, sagt Mélanie Coisne, Leiterin des Bereichs Kulturerbe & Kultur der König-Baudouin-Stiftung. (dpa/red/arco)

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