Die Vorfälle ereigneten sich am Samstag auf dem Place Poelaert. In einem Video, das in sozialen Netzwerken verbreitet wird, ist ein Teilnehmer der Versammlung zu sehen, der den Hitlergruß zeigt. Der Mann trug zudem eine flämische Flagge mit einem keltischen Kreuz – ein Symbol, das häufig von rechtsextremen Gruppen verwendet wird.
„Die Bilder, die derzeit kursieren und Nazi-Grüße sowie rechtsextreme Symbole in Brüssel zeigen, sind zutiefst schockierend“, erklärte Close. Brüssel sei eine offene und vielfältige Stadt, in der Ideologien des Hasses keinen Platz hätten. Die Stadt werde deshalb Anzeige erstatten und die Staatsanwaltschaft einschalten, um die Verantwortlichen zu identifizieren.
Der Bürgermeister betonte zudem, dass die Stadt Brüssel in der Vergangenheit wiederholt versucht habe, rechtsextreme Demonstrationen zu untersagen. Diese Verbote seien jedoch vom Staatsrat regelmäßig aufgehoben worden. „Wir werden weiterhin mit allen rechtlichen Mitteln und im Respekt vor dem Rechtsstaat gegen Rechtsextremismus und jede Form von Rassismus kämpfen“, erklärte Close.
Zu der Kundgebung hatten sich am Samstagnachmittag rund 30 Aktivisten versammelt, die sich selbst als „anti-antifa“ bezeichnen. Sie wollten gegen Gewalt protestieren, die sie antifaschistischen Gruppen zuschreiben, und zugleich an Quentin Deranque erinnern – einen jungen rechtsextremen Aktivisten aus Frankreich, der im vergangenen Monat bei einer Demonstration in Lyon ums Leben kam. Nach Angaben aus seinem Umfeld wurde er von Anhängern der extremen Linken tödlich zusammengeschlagen.
Auf der gegenüberliegenden Seite versammelten sich nach einem spontanen Aufruf rund 200 antifaschistische Gegendemonstranten. Die Polizei trennte beide Gruppen. Die rund 30 identitären Aktivisten wurden schließlich von etwa 20 Polizeibeamten vom Place Poelaert weggeführt. Gegen die deutlich größere Gruppe der Gegendemonstranten setzten die Einsatzkräfte zeitweise Schlagstöcke und Pfefferspray ein. (belga/calü)

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