H&M plant Schließung seines Logistikzentrums in Ghlin – 440 Jobs bedroht

<p>Der Modekonzern H&amp;M will sein Verteilzentrum in Ghlin schließen.</p>
Der Modekonzern H&M will sein Verteilzentrum in Ghlin schließen. | Foto: picture alliance/dpa

Die Ankündigung erfolgte am Donnerstag nach einer außerordentlichen Sitzung des Betriebsrats. Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnte es zu kollektiven Entlassungen für alle derzeit am Standort beschäftigten Mitarbeiter kommen.

Logistik soll neu organisiert werden

H&M begründet die mögliche Schließung mit den tiefgreifenden Veränderungen in der Modebranche. Diese sei in den vergangenen Jahren immer stärker von Digitalisierung, verändertem Kaufverhalten der Kunden und dem Wachstum des sogenannten Omnichannel-Handels geprägt worden. Gleichzeitig stehe der Sektor unter einem intensiven Wettbewerbsdruck.

Vor diesem Hintergrund sieht der Konzern Anpassungen in seiner Logistikstruktur als notwendig an. Ziel sei es, die Produktverfügbarkeit zu verbessern und die Lagerverwaltung effizienter zu gestalten. In der Region Südeuropa – zu der Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Italien und Portugal zählen – verfüge H&M derzeit über eine deutliche Überkapazität bei den Logistikstrukturen.

Aktivitäten sollen verlagert werden

Im Zuge dieser Neuorganisation sollen die Aktivitäten des Verteilzentrums in Ghlin eingestellt werden. Die Logistik würde stattdessen künftig in den bestehenden Zentren Torrejón in Spanien und Casalpusterlengo in Italien gebündelt.

Diese Entwicklung sei „notwendig, um in einem anspruchsvollen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben und die langfristige Zukunft der Aktivitäten von H&M zu sichern“, erklärte das Unternehmen. Man habe die Entscheidung jedoch „nicht leichtfertig getroffen“.

Mit der Ankündigung wurde auch offiziell die Informations- und Konsultationsphase nach der sogenannten Renault-Prozedur eingeleitet, die bei kollektiven Entlassungen in Belgien vorgeschrieben ist.

Die Unternehmensleitung erklärte, sie wolle im weiteren Verlauf „alle Fragen und möglichen Alternativen sorgfältig prüfen – in einem Geist von Transparenz und Verantwortung“. Ob die Schließung tatsächlich umgesetzt wird, hängt nun auch vom Ausgang dieser Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern ab. (belga/calü)

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