Der gebürtige St.Vither, der als WM-Spitzenreiter die unliebsame Aufgabe hatte, die nassen und rutschigen Schotterstrecken zu eröffnen,war aber weniger begeistert: „Das war nicht der beste Auftakt. Es fehlt etwas das Vertrauen, der Aufschrieb lässt zu wünschen übrig.“ Und er gab zu Protokoll: „Die Streckenbedingungen und die Bodenhaftung sind ziemlich wechselhaft.“
Seine ärgsten Rivalen um den WM-Titel, Sébastien Ogier (Citroën) und Ott Tänak (Toyota), die zudem an exakt gleicher Stelle einen Fahrfehler begingen, mussten ihn zumindest in diesem Punkt zustimmen und waren ebenfalls etwas zurückhaltend in der Bewertung ihrer Leistung. Wie dem auch sei, die Rallye in herbstlicher Stimmung in Chile erinnerte an die Waldetappen des WM-Laufs in Wales. Schnellster in dieser WP waren zeitgleich die beiden Toyota-Fahrer Kris Meeke und Jari-Matti Latvala, Thierry Neuville klassierte sich als Sechster (3,6 Sekunden zurück).
Neuville: „Mit der Pauschalzeit bin ich gar nicht zufrieden“
Missstimmung machte sich dann, aus ostbelgischer Sicht, in WP2 breit: Kaum war Thierry Neuville auf der Strecke, wurde die Rallye wegen eines Zuschauerproblems aus Sicherheitsgründen neutralisiert. Der St.Vither musste, im Gegensatz zu den nachfolgenden Konkurrenten, die Prüfung in langsamer Fahrt zu Ende fahren und erhielt eine Pauschalzeit zugesprochen, die 6,6 Sekunden schlechter war als die des WP-Schnellsten Ott Tänak. „Damit bin ich ganz und gar nicht einverstanden“, beschwerte sich der WM-Spitzenreiter, der allerdings seine Reifen für die nachfolgende WP schonen konnte.
Die letzte Prüfung der ersten Runde hatte es in sich, auch wegen der Sichtprobleme durch Licht und Schatten. „Das war überaus anstrengend“, stöhnte Thierry Neuville im Ziel: „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Es sollte sich auszahlen. Der St.Vither erzielte die Bestzeit. Das Gesamtklassement nach drei Zeitprüfungen: 1. Tänak, 2. Ogier (+6,1 Sekunden), 3. Neuville (+6,6).
Weiter geht es bei der Rallye Chile am späten Freitagabend (nach Redaktionsschluss) mit drei weiteren WP, die sich bis Samstagfrüh hinzogen. (hs)

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