Integrationsparcours: 875 Dossiers seit dem Start eröffnet

Der Integrationsparcours war zu Beginn des letzten Jahres eingeführt worden.
Der Integrationsparcours war zu Beginn des letzten Jahres eingeführt worden. | Illustration: dpa

Anderthalb Jahre später liegt nun eine Zwischenbilanz vor, die am Freitag in Eupen vorgestellt wurde. Demnach sind seit dem Start 875 Dossiers eröffnet worden. 189 Dossiers konnten erfolgreich beendet werden, 347 aktive Teilnehmer gibt es noch (94 Prozent freiwillig, mehrheitlich Frauen), während 103 abgebrochen wurden. Allerdings seien nur 15 Dossiers wegen mangelnder Motivation abgebrochen worden, hieß es bei einer Pressekonferenz am Sitz des Ministerpräsidenten (Gospert 42). Andere Dossiers seien aus unterschiedlichen Gründen „inaktiv“ – beispielsweise, weil Betroffene ein Kind bekommen hätten. „Beim Integrationsparcours handelt es sich um ein niederschwelliges und kostenloses Angebot, das viele Migranten gerne in Anspruch nehmen“, sagte Janina Vomberg, Referentin im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

„Es hilft den Zugezogenen, sich in unserer Gesellschaft besser zurecht zu finden und begleitet sie bei ihren ersten Schritten in Ostbelgien“, fügte sie hinzu. Der zuständige Fachbereichsleiter Michael Fryns ging noch einmal auf die Hintergründe des Integrationsparcours ein: Dieser war nach den Empfehlungen einer Arbeitsgruppe und einem Pilotjahr eingerichtet worden. Seitdem gilt eine Verpflichtung für alle volljährigen Nicht-EU-Bürger, die seitdem in Ostbelgien angekommen sind. Diese Verpflichtung gilt aus rechtlichen Gründen nicht für EU-Ausländer und für Menschen aus Ländern, mit denen es spezielle Abkommen gibt – zum Beispiel der Türkei.

Auch Papierlose und Asylbewerber sind ausgeschlossen, weil sich der Föderalstaat um diese Menschen kümmert. Aber: Alle Migranten in der DG können am Integrationsparcours teilnehmen.

Die Anmeldung erfolgt über die Gemeinde, während die Einrichtung Info-Integration die Koordination übernimmt und Ansprechpartner bleibt. Zum Parcours gehören auch Sprachkurse, die gemeinsam von der KAP, der VHS und der Frauenliga angeboten werden. Diese sind zwar möglichst dezentral organisiert, jedoch gibt es mitunter Schwierigkeiten mit den Räumlichkeiten. „Außerdem suchen wir eine strukturelle Lösung für junge Eltern in Sachen Kinderanimation“, so Referentin Janina Vomberg.

In der kommenden Legislaturperiode gehe es darum, weitere Schritte zu gehen und beispielsweise Angebote zu schaffen, damit die Zugezogenen besser in Beschäftigung integriert werden können, meinte Sozialminister Antonios Antoniadis (SP). Ein ausführlicher Bericht mit entsprechenden Evaluierungskriterien zum Dekret erfolgt im März 2021. (sc)

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