Was nach einem radikalen Neuanfang klingt, ist für sie vielmehr die Rückkehr zu einer alten Leidenschaft. „Die Musik war schon immer Teil meines Lebens“, sagt sie gegenüber der Zeitung „La Meuse“. In ihrer Familie sei Musik allgegenwärtig gewesen. „Ich hatte das Glück, immer ein Klavier in meiner Nähe zu haben. Meine Eltern sind Musiker, und ihr Wunsch war, dass ich eher klassische Studien absolviere.“
So entschied sich Elise zunächst für ein Geschichtsstudium. Doch nach der Corona-Pandemie sollte sich ihr Weg grundlegend ändern.
Nach den Einschränkungen der Covid-Kriese nahm sie an einem Schreibworkshop teil und stand schließlich auf einer Bühne – vor der Rektorin der Universität Lüttich. Ein Erlebnis, das alles veränderte. „Auch wenn ich am Anfang Angst hatte, hat mir dieser Moment sehr gefallen. Ich habe einen Switch gemacht, als ich verstand, dass ich auf der Bühne stehen möchte, um mich mit dem Publikum auszutauschen…“
Seitdem hat sie die Musik zu ihrer Priorität gemacht. Noch vor der offiziellen Veröffentlichung ihres ersten Songs stand sie bereits bei mehreren Wettbewerben im Rampenlicht. 2024 gewann sie den ersten Preis beim Musikwettbewerb „Propulsion“. Zudem war sie Finalistin beim „Prix Parols urbaines 2025“ sowie bei den belgischen Poetry-Slam-Meisterschaften 2025.
Denn genau dort fühlt sich Elise besonders zu Hause: beim Poetry-Slam. „Bühne, Slam und Poesie überschneiden sich bei mir“, erklärt sie. Um neue Möglichkeiten zu nutzen, zog sie nach Brüssel – ein Schritt, der nicht nur beruflich, sondern auch persönlich Spuren hinterließ.
Zwischen zwei Welten
Ihr Debütsong „Éparpillée“ – übersetzt etwa „Zerstreut“ oder „Verstreut“ – greift genau diese Gefühle auf. „Mein Lied spricht vielleicht ein wenig über die Zweifel, meine Region, meine Familie und meine Freunde zu verlassen, um in eine größere Stadt zu ziehen. Sich halb hier und halb dort zu fühlen, das führt dazu, dass man sich ein wenig verloren fühlt.“
Als Geschichtsliebhaberin interessiere sie sich besonders für Fragen von Identität und Wurzeln. „Als ausgebildete Historikerin ist das ein Thema, mit dem ich mich intensiv auseinandergesetzt habe“, so die junge Künstlerin.
Im Musikvideo zu „Éparpillée“, das am 16. März auf den gängigen Plattformen erscheint, tauchen Umzugskartons auf – ein klares Symbol für Aufbruch und Neuanfang. „Es ist meine Lebenserfahrung. Beim Poetry Slam sagt man oft, dass die eigene persönliche Erfahrung universell werden kann.“
Mit „Éparpillée“ beginnt für Elise Labiaux ein neues Kapitel – diesmal nicht hinter den Kulissen einer Ausstellung, sondern im Licht der Bühne. (calü)
Weitere Infos über die junge Künsterlin gibt es HIER.

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren