Seinen Austritt begründet er mit grundlegenden Differenzen über die politische Kultur der Partei. „Warum gehen? Weil in der PTB das Individuum zurücktreten muss. Man hat mir gesagt: ‚Ein Hund an der Leine hätte es genauso gut gemacht‘. Diese Sicht eines gewählten Vertreters als ‚austauschbares Rädchen‘ ist unerträglich geworden“, schreibt er.
Dupont kritisiert zudem den Oppositionskurs seiner bisherigen Partei. „Die PTB bevorzugt die Reinheit der Opposition gegenüber der Wirksamkeit der Macht. Ich will das Leben der Menschen verändern, nicht nur anprangern“, erklärt er. Wer Regierungsverantwortung aus Prinzip verweigere, überlasse der politischen Rechten das Feld – mit Folgen für Arbeitslose, Rentner, sozialen Wohnungsbau und Bildung.
Inhaltlich sehe er sich weiterhin links verortet: „soziale Gerechtigkeit, Ökologie, Feminismus“. Gleichzeitig wendet er sich gegen „selektive Empörung“ in internationalen Fragen: „Meine moralische Kompassnadel kann nicht je nach Anlass ihre Richtung ändern.“
Auch persönliche Einmischung habe ihn gestört: „Politik darf keine Sekte sein.“ Dennoch gehe er „ohne Hass, mit Respekt für meine Genossen“.
Sein Mandat behält Dupont. „Ich verlasse nicht den Kampf, ich ändere die Methode. Ich ziehe es vor, ein freier und aufrechter Abgeordneter zu sein als ein kontrollierter Spielstein. Der Kampf geht weiter – aber nun ohne Leine.“ (belga/calü)

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