Hintergrund ist die Ankündigung der Ministerin für Bildung der Föderation Wallonie-Brüssel, Valérie Glatigny (MR), ab dem Schuljahr 2027–2028 schrittweise eine zweite Landessprache ab der dritten Grundschulklasse verpflichtend einzuführen.
Nach zahlreichen Rückmeldungen von Lehrkräften, Schulleitungen und Schulträgern aus der Region hat Stéphanie Cortisse erneut auf die besondere Bedeutung der deutschen Sprache in Ostbelgien hingewiesen. „Es geht nicht um eine einseitige Verallgemeinerung des Niederländischen, sondern um die Förderung der Landessprachen insgesamt – also auch des Deutschen“, betont die Abgeordnete. Gerade im Raum Verviers bestehe eine enge wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Verbindung zur Deutschsprachigen Gemeinschaft. Zudem seien Deutschkenntnisse in vielen regionalen Stellenangeboten ausdrücklich gefragt.
Die Bildungsministerin bestätigte inzwischen, dass die geplante Reform den verpflichtenden Erwerb einer zweiten Landessprache vorsieht und diese sowohl Niederländisch als auch Deutsch sein kann.
Für Gemeinden mit besonderem Sprachstatut, unter anderem Malmedy und Weismes, bleibt die bestehende Gesetzgebung unverändert: Dort muss weiterhin Deutsch und/oder Niederländisch verpflichtend angeboten werden. (red/arco)

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