Mit der neuen Verbindung gibt das Unternehmen zugleich den Startschuss für ein erneuertes globales Luftfrachtnetz für die Pharmalogistik. Der neue Frachter befördert unter anderem dringend benötigte medizinische Sendungen wie Impfstoffe, Arzneimittel und biopharmazeutische Produkte. Diese Waren reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen und müssen konstant gekühlt werden – etwa zwischen zwei und acht oder zwischen 15 und 25 Grad Celsius.
Bereits geringfügige Abweichungen können Qualität und Wirksamkeit beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zur Vernichtung der gesamten Ladung führen, betont DHL.Um die vollständige Kontrolle über die Lieferkette zu behalten, setzt der Konzern künftig verstärkt auf eigene Flüge, statt Frachtraum bei Liniengesellschaften anzumieten. Die eigens umgerüsteten Maschinen werden im Rahmen von „DHL Health Logistics“ eingesetzt.
Die erste Maschine startet ab sofort täglich zwischen Brussels Airport und Cincinnati im Osten der USA. Die Ankunft in Zaventem erfolgt am Abend, ebenso der Rückflug. Nachtflüge seien nicht vorgesehen, heißt es von Unternehmensseite.
Die Wahl Brüssels ist kein Zufall. Die neue Luftbrücke verbindet zwei der weltweit bedeutendsten Pharmaregionen direkt miteinander.
Belgien exportierte nach Angaben der Welthandelsorganisation im Jahr 2023 Pharmazeutika im Wert von 71 Milliarden Euro. Nur Deutschland (102 Milliarden Euro) und die Schweiz (84 Milliarden Euro) lagen darüber. Die Vereinigten Staaten verzeichneten Exporte im Umfang von 93 Milliarden Dollar und beherbergen zahlreiche Branchengrößen.
In einer Phase, in der die belgische Industrie unter Druck steht, investiere DHL gezielt in Zukunftssektoren und in den Standort Brüssel, erklärt das Unternehmen.
Bereits heute entfallen mehr als 35 Prozent des Frachtvolumens von DHL in Zaventem auf pharmazeutische Produkte. Das Frachtzentrum am Flughafen ist das viertgrößte Drehkreuz des Konzerns weltweit.
Langfristig soll Brüssel zur europäischen Drehscheibe für Gesundheitslogistik ausgebaut werden. Die neue Verbindung ist dabei nur der Anfang: Weitere Routen in Europa, im Nahen Osten, in Asien und Lateinamerika sind geplant.
In den kommenden Jahren will DHL weltweit rund zwei Milliarden Euro in den Ausbau der Pharmalogistik investieren. (belga/rt)

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