Mehr als 100 bedrohte Amtsträger erhielten 2025 Schutz in Belgien

<p>Immer mehr Politiker, Magistrate und Polizeibeamte erhalten nach Drohungen Schutzmaßnahmen des Nationalen Krisenzentrums.</p>
Immer mehr Politiker, Magistrate und Polizeibeamte erhalten nach Drohungen Schutzmaßnahmen des Nationalen Krisenzentrums. | Illustrationsbild: belga

Bei den geschützten Personen handelt es sich unter anderem um Politiker, Polizeibeamte und Magistrate. Derzeit sind noch 92 Schutzdossiers offen, die insgesamt 174 Personen betreffen.

Eine eindeutige Ursache für den Anstieg gebe es nicht, erklärte NCCN-Sprecher Yves Stevens. Die Zahlen würden von Jahr zu Jahr leicht schwanken. So könne bereits ein einzelnes Verfahren mit mehreren betroffenen Personen die Statistik deutlich beeinflussen.

Die Bedrohungen werden zunächst vom Koordinationsorgan für die Bedrohungsanalyse (OCAM) und der föderalen Polizei bewertet. Auf dieser Grundlage legt das NCCN anschließend konkrete Schutzmaßnahmen fest. Diese reichen von Anpassungen im persönlichen Umfeld über regelmäßige Polizeipatrouillen bis hin zu einer dauerhaften Polizeipräsenz in der Nähe von Wohn- oder Arbeitsort.

In besonders schweren Fällen kann auch Personenschutz oder eine vorübergehende Unterbringung in einer gesicherten Unterkunft angeordnet werden. So stand der Brüsseler Staatsanwalt Julien Moinil im vergangenen Jahr wegen schwerer Drohungen aus dem Drogenmilieu unter strengem Polizeischutz. Auch ein Untersuchungsrichter aus Antwerpen musste zeitweise an einem gesicherten Ort untergebracht werden.

Wie viele Personen im vergangenen Jahr tatsächlich in einer gesicherten Unterkunft untergebracht wurden oder verstärkten Polizeischutz erhielten, konnte das NCCN nicht mitteilen. Aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf das Privatleben der Betroffenen würden solche Maßnahmen nur als letztes Mittel eingesetzt, betont das Krisenzentrum. (belga/rt)

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