Da knubbelt es im Vorraum der Kelmiser Pfarrkirche. Gleich drei Prinzengespanne aus Kelmis und Hergenrath tummeln sich dort und warten darauf, dass sie Pastor Jean Pohlen und seinen evangelischen Amtsbruder Andreas Berg zum Einzug abholen. „Vielleicht darf ich ja ein Lied mitsingen“, fragt sich die Hergenrather Page Elena. Denn die Schülerin ist begeisterte Sängerin im Regenbogenchor, der in Kelmis regelmäßig die Heilige Messe begleitet und auch jetzt buntkostümiert für die musikalische Untermalung sorgt. Auch die Prinzen sind etwas aufgeregt und warten gespannt auf ihren großen Tag. „Ich freue mich auf alles!“, sind sich Eann I. (Kelmis) und Levin I. (Hergenrath) ganz einig. Hofnarr Yanis freut sich besonders auf den brennenden Küsch.
Feierlich geht es in die Kirche. Pastor Pohlen sagt in seiner Predigt, dass Lachen und Entspannung wichtige christliche Tugenden seien. Er segnet die Karnevalskerzen, und die beiden Kinderprinzen sowie der große Prinz Liam I. (Brandt) zünden ihre Kerzen an, die bis Aschermittwoch, null Uhr den Karneval erleuchten.
Inzwischen hat sich der Kirchplatz gefüllt. Die kleinen Prinzen holen sich den Gemeindeschlüssel von Bürgermeister Daniel Hilligsmann (Elan). Draußen stehen auch die Kinder der Gemeindeschule Hergenrath eingehüllt in blaue Säcke und Antennen auf dem Kopf. „Wir sind Monster und Aliens“, erzählen Marie (9) und Amelie (7). Da es nicht sicher ist, ob der angedrohte Regen kommt, haben Müllsäcke Verwendung als Kostüm gefunden, die im Fall des Falles schützen. Die Schüler der Grundschule des CFA gehen als Herzchen. „Es ist schließlich Valentinstag“, meint eine Lehrerin. Die Frage, ob die Jungs geschimpft haben – Herzchen könnten doch als „uncool“ gelten – verneint Anouk (8). Die Grünen Dragoner aus Moresnet gehen als Zauberer, die Lustigen Brüder lieben es maritim, die KG 1927 Hergenrath kommt als Eulen, und der Ulk zeigt die Karnevalshölle.
Auf der Bühne am Gemeindehaus haben sich die Kinderprinzengespanne versammelt, um ihren Zug abzunehmen und sich bejubeln zu lassen. Vorneweg fährt Freddy Gerón mit dem Küsch, den er selbst einmal gebaut hat. Dahinter folgen die Schulen und Vereine. Die kleinen Karnevalisten lassen es sich nicht nehmen, ihren Herrscher kräftig mit Süßigkeiten zu huldigen. Page Elena sammelt die Leckereien aus den Blumenkästen der Bühne. Dann reihen sich die Prinzengespanne auf ihren Wagen in den Zug ein. Das große Gespann fährt im offenen Cabrio.
An der Ecke zur Lütticher Straße steht ein Beamter der Polizeizone Weser-Göhl und schaut zufrieden auf das Geschehen. „In diesem Jahr war alles sehr friedlich, auch an Altweiber“, erzählt der Polizist. Vor 17 Jahren sei es schlimmer gewesen, da sei auch an jeder Ecke kostenloser Alkohol ausgeschenkt worden. Nun kommt auch der Prinzenwagen der Hergenrather vorbei. Page Elena wirft eine Waffel genau zwischen Ordnungsmacht und Berichterstattung. „Polizei oder Presse?“, ruft der Vertreter der vierten Gewalt. „Polizei!“, ruft Elena, und die zweite Gewalt greift zu. Aber die nächste Waffel bekommt die Presse.
Wieder geht es rechts herum auf die Lütticher Straße und wieder hoch, bis der Zug wieder am Kirchplatz angekommen ist. Dort zeigt sich das große Gespann, während die Kindergespanne sich im gut abgesperrten Rondell positionieren. Der große Prinz Liam I. ist zufrieden mit dem Zug, vor allem, weil er trocken geblieben ist.
Jetzt gilt es für die beiden Kinderprinzen, den Kampf mit dem Feuer zu bestehen. Unter tätiger Mithilfe des Bürgermeisters schaffen es die beiden, den Küsch zumindest ordentlich zum Qualmen zu bringen. Page Elena, die anderen Pagen und Hofnarr Yanis beobachten das Tun. Endlich brennt der Küsch, und die Kgl. Harmonie Hombourg kann endlich das Küschlied spielen, und weltliche wie närrische Obrigkeit tanzen wie immer um den Küsch. Für die Pagen Elena und Zoë, Mayla und Léa, Hofnarr Yanis und natürlich die Prinzen Levin I. und Eann I. beginnt nun endlich gemeinsam mit den anderen Kindern ungezwungenes Feiern und Spielen im Zelt.

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