Künstliche Intelligenz

Sehr geehrter Herr Packbier, sehr geehrte Frau Lenges, gut zu wissen, dass Bedenken geteilt werden. Der Unterschied zu früherem technologischen Fortschritt liegt in der rasenden weltweiten Verbreitung und der Konzentration der Anbieter auf wenige Personen von extremen Reichtum, der rapide wächst. Der Börsenwert ihrer Unternehmen von 18.400 Milliarden Dollar übersteigt das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union. Geschickt entziehen sie ihre wenig transparenten Geschäftsmodelle (Dienstleistungen gegen Datenerfassung, Werbung) jeder wirksamen Kontrolle. Genau diese Deregulierung und diesen Ultraprotektionismus hat ihnen Trump versprochen, in dessen ideologische Gefolgschaft sie rasch getreten sind. Klagen wegen Monopolstellung, unlauteren Wettbewerbs sowie der Verbreitung von Hetze und Fake News haben sie bisher gut überstanden. Die EU bekämpfen sie ebenfalls. Besonders junge Menschen würden von ihren Plattformen abhängig gemacht, mit Folgen für deren Psyche, so lautet eine aktuelle Klage vor US-Gerichten. Die KI basiert auf umfassendem Raub geistigen Eigentums. Von ihr können verheerende Erschütterungen der Weltwirtschaft, der geostrategischen Lage und der Demokratie ausgehen. Das gefährlichste Vorhaben dieser Superreichen im Einklang mit Trump ist jedoch, die Forschung dem Staat zu entziehen, sie zu privatisieren und ihren Geschäftszielen sowie ihrem Gewinnstreben unterzuordnen. Trump bekämpft US-Universitäten mit Massenentlassungen, dem Entzug von Subventionen, groben Verleumdungen und Drohungen mit Rechtsverfahren. Das trifft vor allem die gemeinnützige Forschung und Bereiche, die Trumps Weltbild nicht entsprechen. Auch in Belgien gibt es Warnsignale. Die Rektorin der ULB, Frau Schaus, beklagt eine chronische Unterfinanzierung der Universitäten und fordert eine vertiefte Diskussion über KI im Allgemeinen sowie in sensiblen Bereichen wie Übersetzung, Interpretation und Rechtswissenschaften. Für den MR-Präsidenten Georges-Louis Bouchez sind „linke Forscher und Akademiker selbsternannte Intellektuelle“. Die Freie Universität Brüssel (ULB) bilde zusammen mit PS und RTBF ein „Bermuda-Dreieck, in dessen Mitte man stirbt“.

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