Weniger Opioide – aber weiterhin hohes Risiko für Abhängigkeit

<p>Der langfristige Konsum opioidhaltiger Schmerzmittel ist in Belgien zwar rückläufig, bleibt laut einer Studie der Freien Krankenkasse jedoch auf einem hohen Niveau.</p>
Der langfristige Konsum opioidhaltiger Schmerzmittel ist in Belgien zwar rückläufig, bleibt laut einer Studie der Freien Krankenkasse jedoch auf einem hohen Niveau. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Untersucht wurde der Gebrauch von Opioiden wie Tramadol oder Fentanyl bei Erwachsenen ohne Krebsdiagnose oder palliative Behandlung. Demnach konsumierten 2023 rund 1,59 Prozent der Betroffenen diese Medikamente über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten im Jahr. 2018 lag dieser Anteil noch bei 1,86 Prozent – ein relativer Rückgang um 15 Prozent. Auch die insgesamt abgegebene Menge an Opioiden ging im selben Zeitraum deutlich zurück.

Dennoch bleibt der langfristige Gebrauch ein Thema: Rund einer von 60 Erwachsenen nimmt Opioide weiterhin über längere Zeit ein. Ein solcher Konsum gilt als problematisch, da er mit Nebenwirkungen und einem erhöhten Risiko für Abhängigkeit verbunden ist. Auffällig ist zudem, dass etwa die Hälfte der chronischen Nutzer bereits fünf Jahre zuvor zu dieser Gruppe gehörte.

Die Studie zeigt außerdem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Frauen greifen häufiger langfristig zu opioidhaltigen Schmerzmitteln als Männer. Auch sozial benachteiligte Personen sind stärker betroffen: Unter Empfängern einer erhöhten Kostenerstattung lag der Anteil chronischer Nutzer 2023 bei 4,29 Prozent, gegenüber 1,20 Prozent bei anderen Versicherten. Mit zunehmendem Alter steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Einnahme deutlich an.

Regionale Unterschiede sind ebenfalls erkennbar. In Brüssel ging der chronische Opioidkonsum am stärksten zurück, gefolgt von der Wallonie und Flandern. Gleichzeitig weist die Hauptstadt die niedrigste Quote auf, während sie in der Wallonie am höchsten ist.

Angesichts dieser Ergebnisse fordern die Mutualités Libres einen nationalen Aktionsplan. Dieser soll unter anderem eine gezieltere Verschreibungspraxis, einen rationaleren Einsatz der Medikamente und Maßnahmen zur Verringerung unangemessener Nutzung umfassen. (belga/rt)

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