Aachen gestaltet den Theaterplatz neu – Archäologische Funde verzögern Zeitplan

<p>Im Platz wird im Auftrag des Gebäudemanagements ein Löschwassertank mit einem Volumen von 100.000 Litern für das Theater eingebaut.</p>
Im Platz wird im Auftrag des Gebäudemanagements ein Löschwassertank mit einem Volumen von 100.000 Litern für das Theater eingebaut. | Foto: Stefan Herrmann/Stadt Aachen

Seit Januar 2025 erneuert die Regionetz auf der Theaterstraße und am Theaterplatz die Ver- und Entsorgungsleitungen und baut die Fernwärme in diesem Bereich aus. Die Maßnahme erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Der Abschnitt in der Theaterstraße hinauf bis zur Kreuzung Borngasse ist nahezu abgeschlossen, wie Ralf Jansen, Bauleiter von der Regionetz, berichtet.

Archäologen machen interessante Funde.

Bei den Tiefbauarbeiten auf der nördlichen Seite des Theaterplatzes haben Archäologen seit dem vergangenen Frühjahr aufsehenerregende Funde gemacht. Fachleute hatten im Vorfeld bereits damit gerechnet, dass in diesem Bereich der historischen Innenstadt Entdeckungen gemacht werden.

Im 13. Jahrhundert entstanden dort zunächst ein Begardenkloster, welches im 17. Jahrhundert von den Kapuzinern übernommen wurde, wie Stadtarchäologe Andreas Schaub erläutert. Reste davon, inklusive menschlicher Skelette des Klosterfriedhofs , sind dort aufgetaucht. Die Archäologen sind weiterhin vor Ort im Einsatz. Parallel wird derzeit eine Ausstellung vorbereitet, die in wenigen Wochen Menschen dazu einlädt, mehr über die Archäologie-Funde am Theaterplatz zu erfahren.

Wegen der archäologischen Entdeckungen und der sich daraus ergebenden technischen Herausforderungen haben die Stadt und ihre Partner im vergangenen Jahr stets flexibel den Bauplan angepasst. Daraus ergibt sich ein neuer Zeitplan für die Umgestaltung des Theaterplatzes, den Stadtbaurätin Frauke Burgdorff kürzlichvorstellten.

Die Bauarbeiten auf der Theaterstraße werden Ende 2027 abgeschlossen sein. Dann wird dieser Bereich mit neuen Oberflächen und vielen neuen Bäumen der Öffentlichkeit bereits komplett zur Verfügung stehen. Die Umgestaltung der nördlichen Seite des Theaterplatzes wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen. Die südliche Platzseite und Mitte des Theaterplatzes werden voraussichtlich bis Ende 2028 fertig gestellt. Für die Außengastronomie versucht die Stadt während der Bauzeit weiterhin gemeinsam mit der Baufirma Lösungen für die Betreiber zu finden.

Ein besonderes Projekt im Großprojekt Umgestaltung Theaterplatz ist ebenfalls gestartet: der Einbau eines Löschwassertanks für das Theater. Dieser ist notwendig, um einen zukunftsfesten Brandschutz für Aachens Kulturhaus zu gewährleisten. Verantwortlich für diese Baumaßnahme ist das städtische Gebäudemanagement. Abteilungsleiter Robert Schmidt erläutert: „Wir haben die Gelegenheit genutzt, um die Versorgung des Theaters mit Löschwasser wesentlich zu verbessern. Dazu werden im Theatervorplatz ein Löschwasservorratsbehälter mit einem Volumen von 100.000 Liter Wasser und eine redundant ausgeführte Technikzentrale unterirdisch eingebaut, um im Ereignisfall die Sprühflutlöschanlage, Sprinkleranlage und die Wandhydranten sicher und stabil mit Löschwasser zu versorgen.“

Die Politik hat den Ausführungsbeschluss für die Gestaltung der neuen Theaterplatz-Oberfläche zu einer Bühne für alle im Juli 2025 beschlossen. Aktuell werden die Ausschreibung und Vergabe für die Umsetzung der Oberflächen vorbereitet, wie Projektleiter Philip Spahr berichtet. Ziel ist es, den Auftrag bis zum Sommer 2026 zu vergeben und direkt im Anschluss mit den Straßenbauarbeiten in der Theaterstraße zu beginnen, wie Silke Roder, Leiterin der Tiefbauabteilung im Fachbereich Mobilität und Verkehr ergänzt.

Am Theaterplatz und in seinem Umfeld beweist die Stadtgesellschaft, „dass sie die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft annimmt“, heißt es in einer Pressemitteilung: „Unter der Erde entsteht mit den Anlagen für Fernwärme und Schwammstadt technisch Nachhaltiges und über der Erde sorgen ein großer Brunnen, die Theatergärten, die Gastrobereiche, die 29 zusätzlichen Bäume und natürlich das Theater selbst mit den umliegenden Geschäften, Bars und Restaurants für besonderes Großstadtflair und eine hohe Aufenthaltsqualität.“

Die Baukosten für die Gestaltung der Theaterstraße und des -platzes betragen zusammen circa zehn Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent werden davon mit Bundes- und Landesmittel gefördert.

Der Kapuzinergraben soll als dritter Bauabschnitt zeitlich nachgelagert realisiert werden. Nach einer ersten Beratung und Vorauswahl eines Querschnitts im Mobilitätsausschuss Anfang 2024 werden die Planungen nun in enger Abstimmung mit den Planungen zur Innenstadtmobilität und dem Regiotram-Prozess weiterentwickelt. (red/ab)

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