Streit um Tihange: Abrissgenehmigung vorläufig ausgesetzt

<p>Der geplante Abriss von zwei Kühltürmen ist nach einem gerichtlichen Einspruch vorerst gestoppt.</p>
Der geplante Abriss von zwei Kühltürmen ist nach einem gerichtlichen Einspruch vorerst gestoppt. | Archivbild: belga

Nach Angaben der beiden Wirtschaftszeitungen wurde der Einspruch von mindestens sechs Parteien eingereicht. Dazu zählen die Organisation WePlanet Belgium und ihr europäischer Dachverband WePlanet, die Stadt Huy, in deren Gemeindegebiet das Kraftwerk liegt, die Bürgerinitiative 100TWh sowie zwei Privatpersonen. Sie befürchten, dass der Abriss den belgischen Nuklearpark irreversibel schwächen, die Versorgungssicherheit gefährden und zu höheren CO₂-Emissionen führen könnte.

Der Energiekonzern Engie verweist seinerseits auf die Umsetzung der mit der vorherigen Föderalregierung geschlossenen Vereinbarung. Diese sieht eine Verlängerung der Laufzeit der beiden jüngsten Reaktoren der Anlage um zehn Jahre vor. Die föderale Regierung zeigt sich hingegen zurückhaltend. Premierminister Bart De Wever (N-VA) und Energieminister Mathieu Bihet (MR) setzen sich dafür ein, auch den im Oktober abgeschalteten Reaktor Tihange 1 wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Entscheidung liegt nun beim wallonischen Minister für Raumordnung, François Desquesnes (Les Engagés). Eine endgültige Entscheidung über die Genehmigung könnte noch vor dem Sommer fallen. Das Verfahren sieht zunächst eine technische Prüfung innerhalb von 45 Tagen vor, anschließend hat der Minister weitere 50 Tage Zeit, um zu entscheiden. (belga/rt)

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