RWTH Aachen führt deutschlandweit ersten Prüfungsscanner ein

<p>In den bisherigen augestatteten Prüfungsräumen steht an allen Plätzen einer der Scanner, die in jahrelanger Vorarbeit durch die RWTH selbst entwickelt wurden. Mit ihrer Hilfe lassen sich handschriftliche Notizen direkt digitalisieren.</p>
In den bisherigen augestatteten Prüfungsräumen steht an allen Plätzen einer der Scanner, die in jahrelanger Vorarbeit durch die RWTH selbst entwickelt wurden. Mit ihrer Hilfe lassen sich handschriftliche Notizen direkt digitalisieren. | Fotos: Andreas Schmitter

Die Vorlesungszeit im Wintersemester 2025/26 ist in Deutschland vorbei und damit beginnt an der RWTH die Prüfungsphase. Einige der Studenten erwartet nun eine Neuerung, wenn sie ihre Klausur vor sich liegen haben: Als deutschlandweit erste Hochschule führt die Aachener Universität den neu entwickelten Scanner „QuickEScan“ ein und geht damit einen weiteren Schritt in Richtung digitale Hochschullehre. Bislang ausschließlich papierbasierte Prüfungsbestandteile, wie Zeichnungen oder handschriftliche Rechenwege, können von nun an einfach digitalisiert und in E-Prüfungen integriert werden.

„Wir bieten an der RWTH mit der Einführung des QuickEScan deutschlandweit erstmalig eine Möglichkeit an, praktisch jeglichen bisher nur papierbasiert darstellbaren Prüfungsbestandteil vollständig digital abzubilden“, er-klärt Dr. Marcus Gerards, Operativer Leiter des Center for Learning Services (CLS).

Mehrere Jahre lang hat das Team an der Entwicklung der Scanner gefeilt und die Bauteile fast vollständig an der RWTH gefertigt. Die Arme des Scanners entstanden im Spritzgussverfahren am Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV), weitere Bauteile wurden mit hochschuleigenen 3D-Druckern produziert. Der Zusammenbau erfolgte in monatelanger, sorgfältiger Handarbeit durch das CLS-Team.

Der Scanner dient als Unterstützung bei elektronischen Prüfungen und erleichtert insbesondere die Umsetzung hybrider Prüfungsformate. Bislang war es in digitalen Prüfungen schwierig oder kaum möglich, handschriftliche Skizzen oder Rechenwege unkompliziert zu erfassen. Durch den QuickEScan wird dieser Prozess erheblich erleichtert und es wird zukünftig nicht mehr notwendig für die Lehrstühle sein, zahlreiche Blätter Papier einzusammeln und manuell den jeweiligen digitalen Klausuren zuzuordnen.

<p>Der Zusammenbau der Scanner erfolgte in Handarbeit.</p>
Der Zusammenbau der Scanner erfolgte in Handarbeit.

In den aktuell ausgestatteten Prüfungsräumen – zunächst im Office West – steht an jedem Platz ein eigener Scanner zur Verfügung. Dieser ist mit einem Raspberry Pi ausgestattet, einem kompakten Computer, der als Steuereinheit für die Scan- und Datenverarbeitung dient. Die Studenten scannen ihre Blätter direkt am Platz ein. Der Scan wird anschließend unmittelbar der entsprechenden Klausur hinzugefügt und kann digital korrigiert werden. So entsteht ein vollständig digitaler Workflow von der Erstellung der Prüfung über die Durchführung bis hin zu Korrektur, Einsicht und Archivierung.

Zusätzlich zu den neuen Scannern wird auch das Office West in dieser Prüfungsphase erstmalig eingesetzt und bietet damit mehr als 400 zusätzliche Plätze für digitale Prüfungen an der RWTH. (red/jj)

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