Der Befund fällt in eine Zeit wachsender Unsicherheit. Nach Angaben des föderalen Arbeitsministeriums verloren 2025 insgesamt 8.480 Arbeitnehmer im Zuge von Massenentlassungen tatsächlich ihren Job – der höchste Stand seit 2013. Hinzu kamen laut Statbel weitere 29.842 Arbeitsplätze, die im selben Jahr durch Insolvenzen wegfielen.
Insgesamt kündigten 112 Unternehmen im vergangenen Jahr ein kollektives Entlassungsverfahren an. Zwar münden solche Ankündigungen nicht zwangsläufig in tatsächliche Kündigungen, doch die Zahl der vollständig durchgeführten Verfahren stieg von 80 im Jahr 2024 auf 106 im Jahr 2025 – allein 46 davon im vierten Quartal.
Sicherheit schlägt Zufriedenheit
Vor diesem Hintergrund nennen 52,6 Prozent der befragten Arbeitnehmer die Jobsicherheit als Hauptgrund, ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben. „Viele bleiben aus Vorsicht – nicht unbedingt aus Zufriedenheit“, fasst Yves Stox, Managementberater bei Partena Professional, die Ergebnisse zusammen.
Andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle: Eine gute Work-Life-Balance nennen 43,9 Prozent als entscheidend, gefolgt vom Inhalt der Arbeit (40,4 Prozent) und der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort (38,2 Prozent). Überraschend weit hinten rangieren hingegen Gehalt und Zusatzleistungen: Nur 27,9 Prozent sehen im Bruttolohn den Hauptgrund, im Unternehmen zu bleiben; extralegale Vorteile landen mit 28,8 Prozent ebenfalls nicht auf den vorderen Plätzen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Prioritäten variieren zudem je nach Profil. Männer legen laut Studie größeren Wert auf Arbeitsplatzsicherheit, Gehalt und Zusatzleistungen. Frauen hingegen betonen häufiger flexible Arbeitszeiten, ein gutes Verhältnis zu Kollegen sowie einen zumutbaren Arbeitsweg. (belga/calü)

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