Während die Personalvertreter in den Regionen Namur-Luxemburg und Wallonisch-Brabant am Freitag mehrheitlich für eine Wiederaufnahme der Arbeit stimmten, hält man im TEC-Bezirk Lüttich-Verviers, zu dem auch das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft gilt, an einer Fortsetzung des Streiks fest. „Wir beugen uns in diesem Fall dem Mehrheitswillen“, erklärte Gewerkschafter Jimmy Lenaerts auf Nachfrage dem GrenzEcho.
Am Donnerstag hatten er und seine Gewerkschaftskollegen mit der Leitung des zuständigen wallonischen Verkehrsbetriebs OTW die Gespräche wieder aufgenommen. In diesem Rahmen wurde vereinbart, die geplanten Sparmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr vorläufig auszusetzen und die Verhandlungen bis Ende des Jahres fortzuführen, um eine Einigung zu erzielen. Für die Gewerkschaften ist dies ein erster Schritt in die richtige Richtung, allerdings trauen sie dem Braten noch nicht so recht. „Das Ganze ist kein Sieg für uns, vielmehr werden die eigentlichen Probleme verschoben“, ordnete Jimmy Lenaerts die aktuelle Situation ein. Ein Großteil des Personals hege zudem die Befürchtung, dass „man eigentlich nur hingehalten wird und am Ende die angedrohten Sparmaßnahmen doch durchgedrückt werden“.
Gleichwohl räumte der CGSLB-Vertreter ein, dass die Stimmung beim TEC-Personal mittlerweile gespalten sei: „Wir befinden uns gewissermaßen in einer Zwickmühle. Manche wünschen sich eine diplomatische Lösung, andere sind der Überzeugung, man müsse jetzt standhaft bleiben, bis die Sache endgültig vom Tisch ist.“ Er selbst hält ein Einknicken unter den aktuellen Voraussetzungen letztlich für nicht zielführend . „Wir haben jetzt zwei Wochen für unsere Rechte gestreikt. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Wir müssen jetzt noch ein bisschen durchhalten“, ist Jimmy Lenaerts überzeugt.
Unter den Busfahrern in Ostbelgien registriert er weiterhin einen starken Zusammenhalt, man sei größtenteils solidarisch. Allerdings sei klar, dass möglichst eine tragfähige Lösung auf den Tisch kommen muss, damit man zum Tagesgeschäft zurückkehren kann. Und wie könnte diese aussehen? „Wir brauchen Garantien, dass unsere Standpunkte berücksichtigt werden. Mit einem Hinausschieben der Sparmaßnahmen ist es einfach nicht getan“, betont Jimmy Lenaerts.
Ob solche Garantien bis Montag vorliegen, ist aktuell ungewiss. Feststeht nur, dass die streikenden TEC-Busfahrer zu Wochenbeginn ihre Situation neu bewerten möchten. Bis dahin verlassen keine TEC-Busse das Eupener Depot.

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