Die Knochen wurden am Mittwoch von einem freiwilligen Helfer entdeckt, der in der Gegend von Waratah an der Westküste der australischen Insel Tasmanien nach der Vermissten suchte. Genau dort war die damals 31-Jährige Backpackerin aus Lüttich zuletzt gesehen worden, wie der australische Sender „ABC“ berichtete.
Neben den Überresten wurden keine persönlichen Gegenstände gefunden, die eine sofortige Identifizierung ermöglicht hätten. Deshalb müsse nun eine forensische Untersuchung samt DNA-Analyse durchgeführt werden, erklärte der australische Polizeibeamte Andrew Hanson bei der Pressekonferenz in Launceston. Dieser Prozess werde mindestens drei Wochen dauern. Die Ermittler würden jedoch „so schnell wie möglich arbeiten, um Antworten zu liefern“.
Bis zum Abschluss der Untersuchungen gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei den gefundenen Überresten um jene der vermissten Belgierin handelt. In der betroffenen Region sei in letzter Zeit keine andere Person als vermisst gemeldet worden, so die Polizei.
Céline Cremer war am 17. Juni 2023 verschwunden, nachdem sie zuletzt im Dorf Waratah im Nordwesten Tasmaniens gesehen worden war, rund zehn Kilometer von den Philosopher Falls entfernt. Ihr Auto wurde auf einem Parkplatz entdeckt, der als Ausgangspunkt für Wanderungen in dem Naturgebiet dient. Die Polizei suchte damals mehrere Wochen lang nach der jungen Frau – ohne Erfolg.
Im vergangenen Dezember war bei einer erneuten Suchaktion, an der auch Freunde von Céline Cremer beteiligt waren, ihr Smartphone gefunden worden. Das Gerät lag rund 60 Meter von den zuletzt registrierten Standortdaten entfernt.
Seitdem suchten Angehörige und freiwillige Helfer weiter in dem Gebiet. Dabei stieß nun ein Freiwilliger auf die menschlichen Überreste und verständigte die Polizei.
Sechs Spezialisten sollen am Freitag per Hubschrauber erneut zu dem Fundort gebracht werden, um die Umgebung genauer zu untersuchen, erklärte Inspektor Hanson.
Nach derzeitiger Einschätzung der Ermittler könnte Céline Cremer versucht haben, entlang eines Flusses zur Straße zurückzugelangen, an der ihr Auto stand, und dabei vom eigentlichen Wanderweg zu den Philosopher Falls abgewichen sein. Der Freiwillige, der die Überreste fand, geht davon aus, dass diese möglicherweise vom Wasser mitgerissen und flussabwärts abgelagert wurden. Deshalb sollen die Sucharbeiten am Freitag entlang der Ufer des Flusses fortgesetzt werden. (belga/calü)

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