„Darauf hatten wir gehofft, und dieser Sieg ist absolut verdient. Das ist ein großer Erfolg für den belgischen Fußball“, erklärte der Coach nach dem Abpfiff gegenüber den Journalisten. „Wir haben gezeigt, dass man mutig und stark auftreten muss, auch wenn der Gegner auf dem Papier stärker ist. Darauf bin ich sehr stolz. Das ist ein wichtiger Abend für uns und für den belgischen Fußball. Wir haben heute gegen einen großen Namen gewonnen.“
Dabei war der Druck auf den kroatischen Trainer zuletzt gestiegen. Nach der Winterpause hatte „Blauw-Zwart“ Niederlagen gegen La Louvière und Charleroi hinnehmen müssen, und die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Doch mit Siegen gegen Kairat Almaty (4:1), Zulte Waregem (4:3) und nun Marseille (3:0) brachte Leko sein Team wieder auf Kurs.
„Wenn ich zweimal verliere, bin ich nicht plötzlich ein schlechter Trainer. Und nach diesem Sieg bin ich auch nicht plötzlich Guardiola“, sagte Leko mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Ich bin lange genug im Fußball, um zu wissen, wie das läuft. Aus Niederlagen muss man lernen, und nach großen Siegen muss man bescheiden bleiben und weiterarbeiten.“
Zum Mann des Abends avancierte Aleksandar Stankovic, der zwei Treffer vorbereitete und selbst einmal traf. Leko sparte nicht mit Lob: „Er ist ein fantastischer Junge und einer der größten Profis, die ich je gesehen habe. Er investiert unglaublich viel in seine Karriere. Wir wissen alle, wie gut er ist, aber er bleibt dabei sehr normal und bescheiden. Meine Erfahrung ist: Die größten Spieler sind oft auch die demütigsten. Wenn er so weitermacht, wird er eine große Karriere haben. Es ist eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“
Im Tor erhielt diesmal Simon Mignolet den Vorzug vor Nordin Jackers – eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Der ehemalige Nationalkeeper hielt sein Team in der zweiten Halbzeit mit mehreren starken Paraden im Spiel. „Nach dem Spiel gegen Zulte Waregem habe ich entschieden, dass Simon heute spielen würde“, erklärte Leko. „Wir wissen, was er für Club Brugge bedeutet. Die Torhüterposition ist in vielen Sportarten extrem wichtig. Wenn Simon und Nordin beide in Form sind, haben wir zwei sehr gute Keeper.“
Der Lohn war ein weiteres „Clean Sheet“, nachdem Brügge in den vergangenen Wochen zu viele Gegentore kassiert hatte. „Wir verteidigen und greifen als Mannschaft an“, betonte Leko. „Gegen Zulte Waregem und La Louvière haben wir eigentlich nicht viele Chancen zugelassen, aber trotzdem Gegentore bekommen. Das wäre schlimmer, wenn wir viele Möglichkeiten hergeben würden. Ich freue mich über die Null, aber noch mehr über die drei Tore. Ich mag es, wenn meine Spieler mutig auftreten. Auch gegen Arsenal in der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, auch wenn wir damals verloren haben. Heute haben wir das wieder getan, obwohl der Gegner uns kaum Zeit ließ. Ich ermutige meine Spieler, Fußball zu spielen – die Tore kommen dann von selbst.“ (calü)

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