Täglich sind auf den Hauptstrecken des Landes im Schnitt rund 3.800 Personenzüge und 400 Güterzüge unterwegs. Hochgerechnet auf das Jahr ergibt das etwa 1,5 Millionen Zugfahrten und rund 100 Millionen zurückgelegte Kilometer. In diesem Gesamtverkehrsaufkommen blieben die sogenannten Signalüberfahrten damit weiterhin selten.
Infrabel betont zudem, dass nicht jede Überfahrt eines roten Signals automatisch eine Gefahr bedeutet. Kritisch wird es erst, wenn der Zug nach dem Signal einen sogenannten „ersten potenziell gefährlichen Punkt“ erreicht – meist eine Weiche oder Kreuzung mit einem anderen Gleis. Das war 2025 in elf der 51 Fälle der Fall, im Jahr zuvor waren es noch 14.
Besonders wichtig sei dabei das europäische Zugsicherungssystem ETCS, das seit dem 14. Dezember 2025 auf allen Hauptstrecken in Betrieb ist. Auch sämtliche Züge der SNCB sind inzwischen mit diesem System ausgestattet. In zwei Fällen erreichte ein Zug zwar den potenziell gefährlichen Punkt, doch dank ETCS wurde jede Kollisionsgefahr automatisch ausgeschlossen.
ETCS funktioniert wie eine intelligente Dauerüberwachung: Überschreitet ein Zug die erlaubte Geschwindigkeit oder reagiert der Lokführer nicht rechtzeitig auf ein Signal, greift das System selbstständig ein und löst eine Notbremsung aus – etwa beim Annähern an ein rotes Signal oder bei einer vorgeschriebenen Geschwindigkeitsreduzierung.
Anders sieht es auf Nebenstrecken aus, auf denen Züge meist langsamer als 40 km/h fahren und oft ohne Fahrgäste unterwegs sind. Dort stieg die Zahl der Signalüberfahrten von 40 im Jahr 2024 auf 44 im Jahr 2025. Auch hier kam es laut Infrabel zu keinen Unfällen. (belga/calü)

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