Weniger Lkw, mehr Schiffe: Lütticher Flughafen stellt Kerosin-Logistik um

<p>Ein Mitarbeiter des Flughafens Lüttich steht auf dem Vorfeld vor einem Frachtflugzeug in Bierset. Das Kerosin für die Maschinen soll künftig nicht mehr per Tanklastwagen, sondern überwiegend per Binnenschiff angeliefert werden.</p>
Ein Mitarbeiter des Flughafens Lüttich steht auf dem Vorfeld vor einem Frachtflugzeug in Bierset. Das Kerosin für die Maschinen soll künftig nicht mehr per Tanklastwagen, sondern überwiegend per Binnenschiff angeliefert werden. | Foto: Photo News

Bislang wurde das Kerosin für die 56 am Flughafen tätigen Fluggesellschaften über eine NATO-Pipeline transportiert, die noch aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammt und auch andere Flughäfen versorgt. Doch diese Leitung reicht inzwischen nicht mehr aus. „Der Durchmesser der Pipeline ist zu klein. Deshalb müssen wir seit drei bis vier Jahren zusätzlich auf Lkw zurückgreifen“, erklärt Flughafenchef Laurent Jossart. Rund 10.000 Tanklastwagen fahren jedes Jahr allein wegen des Kerosins nach Bierset. Im Jahr 2025 wurden dort fast 840 Millionen Liter Treibstoff in Flugzeuge geladen.

Angesichts des wachsenden Flugaufkommens und der Klimaziele des Flughafens drängte sich der Transport über den Wasserweg als Alternative auf. Eine einzige Barke ersetzt rund 90 Lastwagen und verursacht deutlich weniger CO₂-Emissionen. Zudem macht der Wassertransport die Versorgung robuster: Verkehrsprobleme und die zeitweise Schließung von Öldepots an Wochenenden hatten zuletzt immer wieder Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung des Flughafens. Über die Wasserstraße sei die Lieferkette deutlich stabiler, heißt es.

Den Zuschlag für das Projekt erhielt die Firma Gilops, die zur Uhoda-Gruppe gehört. Das Tanklager des Unternehmens in Wandre liegt nur rund 15 Autominuten vom Flughafen entfernt und soll künftig das per Schiff angelieferte Kerosin speichern, bevor es nach Bierset weitergeleitet wird.

Mit dem neuen Logistikkonzept unterstreicht der Flughafen Lüttich seine Umweltambitionen. „Wir legen die Messlatte sehr hoch: minus 75 Prozent CO₂-Emissionen bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050“, betont CEO Laurent Jossart. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment