Verkehrsopfer: Große Diskrepanz zwischen Daten und Realität

<p>Viele Verkehrsopfer werden in der offiziellen Unfallstatistik nicht erfasst, da nicht jeder Unfall polizeilich gemeldet wird.</p>
Viele Verkehrsopfer werden in der offiziellen Unfallstatistik nicht erfasst, da nicht jeder Unfall polizeilich gemeldet wird. | Illustrationsbild: picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Demnach wurden im Jahr 2023 insgesamt 14.343 Verkehrsopfer in belgische Krankenhäuser eingeliefert. 12.676 von ihnen – das entspricht 88 Prozent – mussten mindestens eine Nacht stationär bleiben. Die Unfallstatistik des Statistikamts Statbel weist hingegen lediglich 3.271 Schwerverletzte aus. Damit liegt die Zahl der hospitalisierten Verkehrsopfer um den Faktor 3,9 höher. Auch in den Jahren 2017 bis 2022 war die tatsächliche Zahl der Verletzten in Krankenhäusern etwa viermal so hoch wie jene in der Unfallstatistik.

Ein Grund für diese Abweichung liegt laut Vias darin, dass nicht alle Unfälle polizeilich erfasst werden. Dies betreffe insbesondere Unfälle ohne Gegenpartei, bei denen sich die Betroffenen selbstständig in ärztliche Behandlung begeben.

Gleichzeitig stellt das Verkehrsinstitut einen langfristigen Rückgang der Zahl der im Krankenhaus behandelten Verkehrsopfer fest. Mit 14.343 Verletzten im Jahr 2023 bedeutet dies einen Rückgang von zwei Prozent gegenüber 2022. Im Vergleich zu 2014 beträgt der Rückgang bereits zehn Prozent.

Bei den Radfahrern zeigt sich hingegen ein gegenteiliger Trend. Langfristig ist die Zahl der schwer verletzten Radfahrer deutlich gestiegen. Gegenüber 2016 verzeichnet Vias einen Zuwachs von neun Prozent. Im Jahr 2023 machten Radfahrer 49 Prozent aller Schwerverletzten aus, während ihr Anteil 2016 noch bei 37 Prozent gelegen hatte. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment