Nach dem von SNCB und Infrastrukturbetreiber Infrabel erarbeiteten Ersatzfahrplan werden am Montag rund zwei Drittel der L-Züge sowie der S-Züge verkehren. Welche Verbindungen konkret angeboten werden, kann sich allerdings von Tag zu Tag ändern, da der Fahrplan jeweils auf Grundlage der tatsächlich verfügbaren Mitarbeitenden erstellt wird.
Studenten können am Sonntagabend noch mit regulären P-Zügen in Richtung Brüssel, Löwen, Gent, Lüttich und Neu-Löwen reisen. Am Montag tagsüber hingegen ist bei diesen Zusatzverbindungen nur mit einem sehr eingeschränkten Angebot zu rechnen.
Im internationalen Bahnverkehr fällt die Bilanz vergleichsweise positiv aus. Die meisten Hochgeschwindigkeitszüge sollen trotz Streik verkehren. Eurostar rechnet während der gesamten Streikdauer mit einem nahezu normalen Betrieb auf den Verbindungen nach Frankreich, Deutschland, in die Niederlande und nach Großbritannien. Am Montag fällt lediglich eine Verbindung zwischen Brüssel und London aus.
Auch die ICE-Züge der Deutschen Bahn zwischen Brüssel, Köln und Frankfurt sind für Montag vollständig eingeplant, ebenso alle Ouigo-Verbindungen zwischen Brüssel und Paris. Die TGV-Inoui-Züge sollen ebenfalls fahren, mit Ausnahme einer Verbindung von und nach Nantes, die sowohl am Sonntag als auch am Montag gestrichen wurde.
Größere Einschränkungen gibt es hingegen bei den klassischen Fernverbindungen in Richtung Niederlande. Von den täglich 16 Eurocity-Direct-Zügen zwischen Brüssel und Amsterdam wird am Montag voraussichtlich nur etwa die Hälfte verkehren. Auf der Strecke zwischen Brüssel und Rotterdam sollen 12 von 16 Eurocity-Zügen in jeder Richtung unterwegs sein.
Auch der Nachtzug Nightjet ist betroffen: Die Verbindung von Wien nach Brüssel endet am Sonntagabend bereits in Köln und fährt nicht weiter nach Belgien. Am Montagabend startet der Nightjet ebenfalls erst in Köln in Richtung Wien. Für die Strecke zwischen Belgien und Köln können Reisende auf ICE-Züge ausweichen.
Die SNCB rät allen Reisenden, sich vor der Abfahrt ausführlich zu informieren und regelmäßig den Online-Reiseplaner zu nutzen. Der angepasste Fahrplan für Montag ist ab Sonntagmorgen abrufbar. Weitere Informationen zum Betrieb ab Montagabend will die Bahngesellschaft ebenfalls am Sonntag veröffentlichen.
Im Zentrum der Kritik steht eine Reform
Der Streik der Eisenbahngewerkschaften dauert von Sonntagabend bis einschließlich Donnerstag und richtet sich gegen mehrere Vorhaben der Föderalregierung. Kern des Konflikts ist das geplante Ende der statutarischen Anstellungen: Ab dem 1. Juni sollen bei SNCB und Infrabel neue Mitarbeiter grundsätzlich nur noch mit Arbeitsverträgen und nicht mehr als Beamte eingestellt werden. Die fünf beteiligten Gewerkschaften – CGSP Cheminots, CSC Transcom, SLFP Cheminots, SIC und SACT – warnen vor Folgen für Arbeitsbedingungen und Qualität des öffentlichen Dienstes; eine Abstimmung im Parlament wird für März oder April erwartet.
Nach Ansicht der Gewerkschaften garantiert das Beamtenstatut Qualität, Sicherheit und Kontinuität im Bahnverkehr. Zudem kritisieren sie widersprüchliche Vorgaben der Politik: Bis 2032 soll das Zugangebot um zehn Prozent steigen und 30 Prozent mehr Fahrgäste sollen gewonnen werden, während gleichzeitig Einsparungen von 675 Millionen Euro vorgesehen sind. Bereits heute könne die SNCB ihre Verpflichtungen im öffentlichen Dienst wegen zahlreicher Zugausfälle nicht vollständig erfüllen. (belga/calü)

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