Nach sieben Jahren auf Nationalniveau: RFC Raeren-Eynatten meldet seine A-Mannschaft ab

<p>Die Raeren-Eynattener wagen in den Provinzklassen einen Neustart.</p>
Die Raeren-Eynattener wagen in den Provinzklassen einen Neustart. | Foto: David Hagemann

Das Derby gegen die Union Kelmis am Samstagabend (19.30 Uhr) wird aus Raeren-Eynattener Sicht – zumindest für eine lange Zeit – das letzte sein. 2019 nahm der RFC zum ersten Mal den Nationalfußball in Angriff, sieben Jahre später endet das Abenteuer. Nach der aktuellen Saison schließen die Schwarz-Gelben ihr größtes Erfolgskapitel, ziehen sich aus der 2. Division Amateure zurück – und starten auf Provinzebene einen Neuanfang.

„Auf den ersten Blick lässt uns dieser Schritt sportlich gesehen tief fallen. Er ist jedoch in seiner Form wohlüberlegt und unumgänglich. Wir betonen, dass dies kein Nein zur Vergangenheit bedeutet, sondern ein Ja für eine Zukunft, die so erfolgreich sein soll wie unsere Vergangenheit“, begründete Präsident Mario Groteklaes am Freitagvormittag: „Langfristig möchten wir unseren Spielern eine Perspektive über die Jugend hinaus bieten und sie bestmöglich bis ins hohe Alter an den Verein binden, damit er auch noch in den nächsten 115 Jahren bestehen bleibt.“

Seit einiger Zeit befindet sich der RFC Raeren-Eynatten an einem Scheideweg. Einerseits gelang ihm in den zehn Jahren seit der Fusion ein rasanter und für ostbelgische Verhältnisse beispielloser Aufstieg aus dem Mittelfeld der 1. Provinzklasse bis in den Aufstiegsrundenkampf der 2. Division Amateure, andererseits monieren viele Fans die fehlende Identität mit der Mannschaft. Die sogenannte „Goldene Generation“ um lokale Leistungsträger wie Tobias Lauffs, Jeremy Bong, Nicolas Collubry, Daniel Johnen oder Dennis Laschet brach im Laufe der vergangenen Saisons durch Vereinswechsel oder Karriereenden weg, viele Transfers stopften die Lücken.

„Wir repräsentierten unsere Farben, unsere Gemeinde und unsere Region von Arlon bis Knokke und von Tournai bis Hasselt. Der RFC sorgte dafür, dass ein Vertreter des kleinen Ostbelgiens im ganzen Land eine deutschsprachige Visitenkarte hinterlassen durfte. Stets haben wir versucht, mit relativ geringen Mitteln bestmöglich zu wirtschaften“, erklärt der Klub: „Schwindende Zuschauerzahlen, nachlassende Kantineneinnahmen und steigende Kosten allentlang sind jedoch auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen. Mit unserer Strategie der letzten Jahre haben wir den maximalen sportlichen Erfolg herausgeholt. An dieser Stelle kann und wird der Weg für uns nicht weiter nach oben gehen.“

Cédric Laschet geht den Weg mit – nur in welcher Liga?

Auch, um den Verein nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen, erfolge nun die Abmeldung aus dem Nationalklassenfußball. In welcher Liga die neue Ära des RFC anbricht, steht dabei noch in den Sternen. Klar ist: Die erst vergangenen Sommer mit regionalen Spielern neugegründete B-Mannschaft wird zur ersten Garde. Aktuell befindet sie sich auf Tabellenplatz zwei der 4. Provinzklasse F allerdings noch im Rennen um den Aufstieg in die 3. Provinzklasse.

Am Donnerstagabend informierte Präsident Mario Groteklaes die Mannschaften, nun stehen die Zukunftsgespräche mit den Spielern an. Einer hat bereits sein Grünes Licht gegeben: Offensivmann Cédric Laschet (35) geht in vorderster Front mit und wird zum Gesicht des neuen Projekts. „Ein Beweis dafür, dass Vereinstreue keine Liga kennt“, freut sich der RFC.

Kommentare

  • .. so wie vor 10 Jahren, für viele Fans es ein Schock war, dass Raeren und Eynatten fusionierten, ist jetzt wieder etwas passiert, womit wohl niemand gerechnet hat... viele Fans freuen sich auf hiesige Gesichter in den nächsten Jahren und ich wünsche dem Verein alles Gute für die Zukunft...

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