Immer mehr Belgier lassen ein Testament errichten

<p>Immer mehr Belgier lassen ihren Nachlass notariell regeln – die Zahl der Testamente steigt weiter.</p>
Immer mehr Belgier lassen ihren Nachlass notariell regeln – die Zahl der Testamente steigt weiter. | Illustrationsbild: picture alliance / Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa

Das Durchschnittsalter der Personen, die ein Testament errichten, ist gesunken: von 65 auf 63 Jahre. In Flandern lag es bei 62 Jahren, nach 64 im Vorjahr. Von den insgesamt 82.215 Testamenten wurden 57.003 in Flandern errichtet, was einem Anteil von 69 Prozent entspricht. In der Wallonie waren es 20.545, in Brüssel 4.667.

Laut Notar Carol Bohyn, Sprecher von Notaris.be, ist diese Entwicklung wenig überraschend. Ein Testament bleibe das wichtigste Instrument, um im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten selbst zu bestimmen, was mit dem Nachlass geschehe. Ehepartner und Kinder hätten stets Anspruch auf einen Pflichtteil, über den verbleibenden Teil könne frei verfügt werden. Ohne Testament greife automatisch die gesetzliche Erbfolge.

Vor allem unverheiratete Paare greifen laut Notaris.be häufig auf ein Testament zurück, da sie sich damit gegenseitig absichern können. Auch für Paare ohne Kinder sowie für kinderlose Alleinstehende sei ein Testament sinnvoll, etwa um einen bestimmten Erben zu begünstigen oder eine wohltätige Organisation zu unterstützen. Für Stiefeltern biete es zudem die Möglichkeit, auch Stiefkinder zu bedenken.

Notaris.be warnt zugleich vor handschriftlichen Testamenten. Auch wenn sie gültig seien, könnten sie Fehler enthalten, unklar formuliert sein oder zu Streit führen – etwa bei Zweifeln an der Echtheit oder an der Urteilsfähigkeit des Verfassers. Notarielle Testamente seien dagegen sicher und kaum anfechtbar.

Auch davon, ein Testament mithilfe von Künstlicher Intelligenz oder anhand von Mustertexten zu verfassen, rät Bohyn ausdrücklich ab. (belga/rt)

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