Medienkompetenz soll an Schulen verbindlich werden

<p>Informations- und Medienkompetenz soll an den Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft künftig fächerübergreifend und verbindlich verankert werden.</p>
Informations- und Medienkompetenz soll an den Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft künftig fächerübergreifend und verbindlich verankert werden. | Foto: picture alliance/dpa

Bei der jüngsten Regierungskontrolle im Parlament der DG (PDG) befragte der PFF-Abgeordnete Frederik Wertz – vertreten durch seine Fraktionskollegin Evelyn Jadin – Bildungsminister Jérôme Franssen (CSP) zum Stand der Überarbeitung des Leitfadens für Informations- und Medienkompetenz (IMK) aus dem Jahr 2013 und zu dessen künftiger Rolle im Schulunterricht.

Evelyn Jadin erinnerte daran, dass der IMK-Leitfaden die Informations- und Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken und sie auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten soll. Der Leitfaden aus dem Jahr 2013 werde zwar seit 2018 in den Schulen umgesetzt, müsse aber angesichts neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz dringend aktualisiert werden. Evelyn Jadin wollte demnach wissen, wie weit die Überarbeitung des IMK-Leitfadens fortgeschritten ist, welche neuen Schwerpunkte vorgesehen sind und ob der Leitfaden künftig verbindlich in den Unterricht integriert werden soll. Bildungsminister Jérôme Franssen erklärte, der IMK-Leitfaden sei 2022 überarbeitet worden. Die fünf Kompetenzbereiche Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren sowie Analysieren und Reflektieren wurden neu gefasst und um den Bereich Problemlösen und Modellieren ergänzt. „Dieser neue Kompetenzbereich verankert eine informatische Grundbildung als festen Bestandteil in unserem Bildungssystem. Neben Strategien zur Problemlösung werden hier Grundfertigkeiten im Programmieren vermittelt sowie die Einflüsse von Algorithmen und die Auswirkungen automatisierter Prozesse in der digitalen Welt reflektiert. Damit greift der Leitfaden zentrale Entwicklungen auf, die 2013 noch keine zentrale Rolle spielten“, sagte der Bildungsminister. Darüber hinaus sei der gesamte Leitfaden auf den Kindergarten ausgeweitet worden und gelte nun vom Kindergarten bis zum Ende der Sekundarschule. „Neben den neuen Kompetenzbeschreibungen enthält die Überarbeitung auch eine Auswahl von Materialien und Dokumenten für den konkreten Unterricht, die aus den Beständen der Mediothek der Autonomen Hochschule und den Schulmediotheken der Sekundarschulen stammt und allen Lehrpersonen über den Verbund medienkatalog.be zur Verfügung stehen“, fügte Jérôme Franssen hinzu.

Begleitung der Schulen durch Materialien und Fortbildungen

Zusätzlich stelle die Fachberatung Medien an der Autonomen Hochschule Unterrichtsmaterialien online bereit und begleite die Umsetzung mit regelmäßigen Weiterbildungen für Lehrpersonen in Ostbelgien. Zur Frage der Verbindlichkeit meinte der Bildungsminister: „Der Leitfaden ist derzeit ‚nur‘ rahmenplanorientiert und nicht eigenständig verpflichtend. Genau hier setzen wir jedoch jetzt an. Im Zuge der anstehenden Neuausrichtung der Rahmenpläne wird die Informations- und Medienkompetenz als fächerübergreifender Kompetenzbereich verpflichtend integriert. Damit wird IMK künftig nicht ergänzend, sondern strukturell und verpflichtend verankert sein“, betonte er. Schülerinnen und Schüler sollten in Zukunft systematisch und verlässlich auf die „rasant wachsenden Anforderungen einer digitalen Arbeits- und Lebenswelt“ vorbereitet werden, teilte der Minister weiter mit. Entsprechende Implementierungsveranstaltungen und gezielte Weiterbildungsangebote würden die Lehrpersonen in Ostbelgien unterstützen und bei diesem Prozess begleiten. „Sondierungen und die Konzeptarbeit haben 2025 stattgefunden, der konkrete Arbeitsprozess zur IMK beginnt noch in diesem Schuljahr“, sagte er. (sc)

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