Raucherentwöhnung in der DG: Unterstützung vorhanden, aber Wirkung kaum belegbar

<p>Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg verweist auf rückläufigen Tabakkonsum und bestehende Beratungs- und Präventionsangebote in der DG.</p>
Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg verweist auf rückläufigen Tabakkonsum und bestehende Beratungs- und Präventionsangebote in der DG. | Illustrationsbild: Franziska Gabbert/dpa

Zwar sei das Bewusstsein für das Thema hoch, doch nur ein kleiner Teil des medizinischen Personals begleite aktiv den Rauchausstieg.

DG-Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) bestätigte in ihrer Antwort, dass der Tabakkonsum insgesamt rückläufig sei: „In der DG sowie in den übrigen Landesteilen Belgiens zeigt sich ein klarer Trend: Die Zahl der Raucher nimmt ab. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Personen, die erfolgreich mit dem Tabakkonsum aufgehört haben“, erklärte sie unter Verweis auf die nationale Gesundheitsumfrage 2023–2024.

Unterstützung für Menschen, die qualifizierte Hilfe in Anspruch nehmen.

Spezifische Zahlen zur Situation in Ostbelgien liegen der Regierung allerdings nicht vor. Weder gebe es eigene Daten aus der landesweiten Befragung von Pflegepersonal und Ärzten noch konkrete Rückmeldungen von hiesigen Gesundheitsdienstleistern. Dennoch verweist Klinkenberg auf internationale Studien, die belegen, dass gezielte Beratung den Rauchausstieg erleichtert. „Wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass verhaltensbezogene Methoden zur Raucherentwöhnung besonders wirksam sind“, so die Ministerin. Die Beratung durch qualifizierte Fachpersonen wie sogenannte Tabakologen – häufig einen Psychologen oder Ärzte, die im Kampf gegen die Sucht unterstützen – sei daher ausdrücklich zu empfehlen.

Seit dem 1. Januar 2019 beteiligt sich die DG an der Finanzierung solcher Beratungen. Erstattet werden 30 Euro für die erste Sitzung sowie 20 Euro für bis zu sieben weitere Sitzungen innerhalb von zwei Kalenderjahren. Für Schwangere gilt ein erhöhter Satz von 30 Euro pro Sitzung. „Durch diese finanzielle Unterstützung soll ein Anreiz geschaffen werden, qualifizierte Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erklärt Klinkenberg. Im Jahr 2025 nutzten laut Ministerin 25 Personen diese Unterstützung und nahmen insgesamt 62 Sitzungen bei einem Tabakologen in Anspruch. Ob sie das Rauchen dauerhaft aufgegeben haben, könne die Regierung jedoch nicht sagen, da keine Angaben dazu vorlägen.

Ein weiteres Problem bleibe die Kostenfrage bei Nikotinersatzprodukten – beispielsweise in Form von Pflastern. Diese seien zwar rezeptfrei in Apotheken erhältlich und könnten Entzugserscheinungen lindern, würden jedoch bislang nicht von den Krankenkassen erstattet. „Eine angepasste Medikation, die im Rahmen einer individuellen Betreuung angeboten wird, hilft das Rückfallrisiko zu senken“, betonte die Ministerin. „Ebenfalls bleibt zu erwähnen, dass auch freischaffende Personen Raucherentwöhnungsprogramme – etwa Akupunktur – anbieten. Zahlen hierzu liegen uns jedoch nicht vor“, fährt sie fort.

Neben den beiden Krankenhäusern der Deutschsprachigen Gemeinschaft, in denen jeweils ein Tabakologe tätig ist, bietet auch die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) verschiedene Programme zur Raucherentwöhnung an. Dazu zählen Sprechstunden, Kurse und Coachings. Laut der Ministerin nahmen 43 Personen diese Angebote im Jahr 2024 in Anspruch.

Auf föderaler Ebene ist das Thema in eine umfassende Strategie eingebettet. Seit 2008 tauschen sich die Gliedstaaten im Rahmen der interföderalen „Zelle Drogenpolitik“ regelmäßig aus. Daraus hervorgegangen ist die interföderale Tabakstrategie 2022–2028, die laut Klinkenberg „ein umfassendes Maßnahmenpaket“ vorsieht. Langfristiges Ziel sei es, „bis 2040 eine erste Generation ohne Tabak in Belgien zu haben“.

Fabienne Colling (Ecolo) wollte zudem wissen, ob das bereits bestehende Präventionsangebot ausreiche – ausgehend von beispielsweise ASL oder Schulen. „Die ASL ist stets bemüht das Angebot anzupassen. (...) Sie ist wirklich bemüht, auch wirklich dort zu sein, wo die Jugendlichen unterwegs sind“, erklärt Klinkenberg. Auch in den Schulen fließe das Thema in die Unterrichte ein. „Ich glaube, wir haben ein sehr umfassendes Angebot“, so die Ministerin, aber „selbstverständlich entwickelt sich das Ganze auch“. Neue Herausforderungen wie das „Vapen“, also den Konsum von elektronischen Zigaretten, würden neue Methoden erfordern. (nc)

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