Nach dem Anklicken der Anzeige wurde er in eine WhatsApp-Gruppe aufgenommen, in der ihm nahegelegt wurde, die App „SSB PRO“ herunterzuladen, um angeblich mit professioneller Unterstützung in Finanzprodukte zu investieren.
In den folgenden Wochen und Monaten brachten die unbekannten Täter den Mann dazu, mehrere Geldbeträge auf verschiedene ausländische Konten zu überweisen. Dabei gaukelten sie ihm immer wieder Gewinne vor, die sich angeblich auf seinem Benutzerkonto ansammelten. Sobald der Geschädigte jedoch versuchte, sich diese Beträge auszahlen zu lassen, wurde er vertröstet. Mal seien zusätzliche Gebühren nötig, mal technische Probleme schuld – die Auszahlung wurde stets hinausgezögert. Erst als dem Mann die Situation zunehmend verdächtig vorkam, ließ er seine Bankkonten sperren und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Die Polizeizone Weser-Göhl weist darauf hin, dass die App „SSB PRO“ bereits mehrfach als verdächtig gemeldet wurde, unter anderem durch die Finanzaufsichtsbehörde FSMA. Auch die Plattform safeonweb.be warnt regelmäßig vor ähnlichen Betrugsmaschen, die häufig nach demselben Muster ablaufen: Betroffene werden unaufgefordert kontaktiert, es werden außergewöhnlich hohe Gewinne ohne Risiko versprochen, und es wird Druck ausgeübt, schnell zu investieren. Gleichzeitig fehlen oft klare Informationen über den Anbieter, der in vielen Fällen über keine offizielle Lizenz verfügt. Besonders auffällig ist zudem, dass Zahlungen häufig auf ausländische Konten oder über ungewöhnliche Methoden erfolgen sollen.
Die Polizei rät dringend, bei Online-Investitionsangeboten äußerste Vorsicht walten zu lassen, keine Apps aus unbekannten Quellen zu installieren und niemals Geld an Anbieter zu überweisen, deren Seriosität nicht eindeutig überprüfbar ist. Im Zweifelsfall sollten Betroffene frühzeitig ihre Bank kontaktieren und Anzeige erstatten, um weiteren Schaden zu verhindern. (red/calü)

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