Der größte Teil der Betroffenen befindet sich in Flandern: Dort müssen derzeit 246 Gefangene ohne Bett auskommen. Besonders betroffen sind die Haftanstalten in Antwerpen (52) und Gent (37), gefolgt von Dendermonde (35), Ypern (32) und Hasselt (23). Weitere Fälle gibt es unter anderem in Oudenaarde und Brügge (je 18), Turnhout (13), Mechelen (9) sowie im Sekundärgefängnis von Löwen (9).
In der Wallonie gibt es aktuell 150 „Bodenschläfer“. Die meisten Fälle verzeichnen Marche-en-Famenne und Leuze-en-Hainaut mit jeweils 28 Betroffenen, gefolgt von Mons (21), Nivelles und Tournai (je 19), Jamioulx (14), Namur (12) und Arlon (9).
In der Region Brüssel-Hauptstadt müssen derzeit weitere 86 Personen ohne Bett auskommen.
Vorsichtiger Optimismus – strukturelle Probleme bleiben
Die sozialistische Gewerkschaft CGSP zeigt sich zwar vorsichtig optimistisch über den rückläufigen Trend, warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. Der Rückgang sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass zum Jahresende traditionell weniger Neueinweisungen erfolgen, da die Justiz in dieser Zeit langsamer arbeitet.
An den grundlegenden Problemen habe sich wenig geändert. „Es gibt weiterhin fast 2.400 Gefangene zu viel in den belgischen Haftanstalten, und rund 300 Betten sind lediglich Notbetten“, betont die Gewerkschaft. Sie fordert die Föderalregierung auf, die aktuellen Zahlen nicht als Entwarnung zu interpretieren und rasch strukturelle Lösungen anzugehen. (belga/calü)

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